“  Sonderfriedensangebot  Österreich-Ungarns

Botschafters  und  der  Reichsregierung  abgesandt.  So
wurde  das  von  dem  Vater  Ändrassy  gezeichnete  Bündnis
zwischen  den  beiden  Reichen  durch  den  Sohn  Andrassy
in  der  Stunde  höchster  Not,  die  höchste  Treue  gefordert
hätte,  zerrissen.  Die  Donaumonarchie  wurde  durch  diesen
Verrat  nicht  gerettet,  ihr  Untergang  wurde  nur  besiegelt.
Überall  flammte  die  Revolution  auf.  Arbeiter-  und  Soldatenräte
  wurden  gebildet,  die  sich  der  öffentlichen  Gewalt
zu  bemächtigen  suchten.  In  Budapest  wurde  am  31.  Oktober
  die  Republik  ausgerufen  und  der  frühere  Ministerpräsident
  Graf  Tisza,  der  stärkste  Mann  der  ehemaligen
Donaumonarchie,  ermordet.

Am  3.  November  kam  der  von  dem  Grafen  Andrassy
nachgesuchte  Waffenstillstand  zwischen  Österreich-Ungarn
und  den  Alliierten  zustande.  Er  war  in  der  Sache  eine
bedingungslose  Kapitulation.  Die  Unterwerfung  ging  so
weit,  daß  den  Alliierten  das  unbedingte  Recht  eingeräumt
wurde,  alle  Straßen,  Wasserwege,  Eisenbahnen  und  Transportmittel
  Österreich-Ungarns  für  die  freie  Bewegung  ihrer
Truppen  zu  benutzen,  also  auch  zu  einem  Aufmarsch  gegen
Deutschland;  daß  ferner  die  Internierung  der  deutschen
Truppen  zugestanden  wurde,  die  Österreich-Ungarn  nicht
innerhalb  der  unmöglich  einzuhaltenden  Frist  von  fünfzehn
Tagen  verlassen  haben  sollten.

Die  Türkei  war  mit  der  Kapitulation  um  drei  Tage,
Bulgarien  um  mehrere  Wochen  vorangegangen.

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