Die  Revolution  im  Anmarsch

Darüber  hinaus  wurde  eine  weitgehende  Amnestie  für  die
wegen  politischer  Verbrechen  oder  Vergehen  verurteilten
Personen  erlassen.  Unter  anderen  wurden  Karl  Liebknecht
  und  der  Abgeordnete  Dittmann  in  Freiheit  gesetzt.
„Manchem  von  ihnen‘  —  sagte  der  Prinz  Max  am  22.  Oktober
  im  Reichstag  —  „hat  die  Regierung  die  Gnade  erst
nach  Überwindung  ernster  vaterländischer  Sorgen  vermittelt.
  Die  Überzeugung  von  der  Heilkraft  einer  Politik
des  Vertrauens  hat  den  Ausschlag  gegeben.“

Diese  ‚Politik  des  Vertrauens‘  hat  nach  innen  nicht
minder  Schiffbruch  gelitten  wie  nach  außen.  Denn  diese
„Politik  des  Vertrauens‘“  war  nach  innen  wie  nach  außen
nichts  anderes  als  eine  Politik  der  Schwäche  und  der
Illusionen.

Für  die  nationale  Verteidigung,  das  höchste  Gebot  der
Stunde,  wurde  durch  alle  diese  Volksrechte  nichts  gewonnen  ;
ja  es  wurde  von  den  neuen  Machthabern  durch  ihre  Behandlung
  der  innen-  und  außenpolitischen  Dinge  geradezu
jeder  patriotische  Aufschwung  im  Keim  erstickt.  Dagegen
wurden  die  letzten  Dämme  gegen  die  revolutionäre  Flut,
die  bereits  die-Grundmauern  des  Reiches  unterspülte,  hinweggeräumt
  und  allen  zerstörenden  Kräften  die  Bahn  freigemacht.
  Die  aus  den  Gefängnissen  befreifen  Propheten
des  gewaltsamen  Umsturzes  begaben  sich,  umstrahlt  von
der  Glorie  des  Märtyrertums,  erneut  an  ihre  Arbeit  und
predigten  öffentlich  die  Revolution.  Der  rote  Generalstab
  ın  der  russischen  Botschaft  entfaltete  mit  russischen

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