Wachsende  Unzufriedenheit  und  Verwirrung  der  Geister

der  großen  Siege  des  Frühjahrs,  und  es  klangen  jedermann
  noch  die  stolzen  und  zuversichtlichen  Worte  ım
Ohr,  die  er  bis  ın  dıe  letzte  Zeit  von  unseren  Heerführern
  gehört  hatte.  Mit  dem  plötzlichen  und  furchtbaren
  Rückschlage  sank  die  einzige  große  Autorität  in
den  Staub,  auf  die  das  Volk  während  des  ganzen  Krieges
ein  unbeschränktes  Vertrauen  gesetzt  hatte.

Dazu  machte  sich  jetzt  die  verheerende  Wirkung  der
Friedenspropaganda  geltend,  wie  sie  unter  der  Führung
der  Mehrheitsparteien  des  Reichstags  —  von  den  Unabhängigen
  Sozialdemokraten  ganz  zu  schweigen!  —  seit
der  Mitte  des  Jahres  1917  betrieben  worden  war.  Mit  allen
Mitteln  war  ın  Volk  und  Heer  der  Wahn  großgezüchtet
worden,  wir  könnten  längst  einen  ehrenhaften  Friedenhaben,
wenn  nicht  die  übertriebenen  Kriegsziele  der  Alldeutschen
und  der  Militärs,  denen  der  Kaiser  sich  anschließe  und  die
Reichsleitung  sich  unterwerfe,  hindernd  im  Wege  ständen.
Ein  Erzberger,  dessen  Kredit  durch  den  militärischen
Rückschlag  stark  gehoben  wurde,  hatte  sich  anheischig
gemacht,  in  einer  kurzen  Unterredung  mit  Lloyd  George
den  Frieden  herbeizuführen.  Da  mußte  es  doch  wohl  an
der  Untüchtigkeit  oder  dem  bösen  Willen  der  Regierenden
  liegen,  wenn  der  Friede  trotzdem  nicht  gekommen
war!  Der  ganze  Groll  des  leidenden  und  hungernden
Volkes  war  von  den  Einbläsern  der  öffentlichen  Meinung,
statt  gegen  die  Unerbittlichkeit  unserer  Feinde,  gegen  die
Unersättlichkeit  der  Annexionisten  und  Kriegsgewinnler

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