Die  Entscheidung

Grafen  Hertling  zur  Beratung  des  Weiteren  ın  Berlin  eingetroffen
  war,  hatte  gegenüber  dem  stürmischen  Verlangen
der  Mehrheitsparteien  und  ihrer  Regierung  nach  Änderungen
  der  Verfassung,  die  den  größten  und  wichtigsten
Teil  der  Kronrechte  auf  die  Volksvertretung  übertrugen
und  das  Deutsche  Reich  aus  einem  konstitutionell-monarchischen
  Staate  zu  einer  radikal-demokratischen  Schattenmonarchie
  machten,  keinerlei  Widerstand  geleistet.  Er
hatte  die  Verfassungsänderungen  nicht  nur  hingenommen
und  gebilligt,  er  war  auch  —  niemand  zweifelte  daran  —
gewillt  und  entschlossen,  sie  loyal  durchzuführen  und  sich
ehrlich  und  aufrichtig  dem  neuen  Zustand  anzupassen.
Bei  der  Vollziehung  der  Reformgesetze  am  28.  Oktober
richtete  er  an  den  Prinzen  Max  einen  Erlaß,  in  dem  er
dies  zum  Ausdruck  brachte,  In  diesem  Erlaß  sagte  er:

„vorbereitet  durch  eine  Reihe  von  Regierungsakten
tritt  jetzt  eine  neue  Ordnung  in  Kraft,  welche  grundlegende
Rechte  von  der  Person  des  Kaisers  auf  das  Volk  überträgt.
Damit  wird  eine  Periode  abgeschlossen,  die  vor  den  Augen
künftiger  Geschlechter  ın  Ehren  bestehen  wird.  Trotz  aller
Kämpfe  zwischen  überkommenen  Gewalten  und  emporstrebenden
  Kräften  hat  sie  unserem  Volke  jene  gewaltige
Entwicklung  ermöglicht,  die  sich  in  den  wunderbaren
Leistungen  dieses  Krieges  unvergänglich  offenbart.  In
den  furchtbaren  Stürmen  der  vier  Kriegsjahre  aber  sind
alte  Formen  zerbrochen,  nicht  um  Trümmer  zu  hinterlassen,
  sondern  um  neuen  Lebensgestaltungen  Platz  zu

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