Die  Entscheidung

Erfüllung  ihrer  Forderung  die  Dynastie  der  Hohenzollern
und  die  Monarchie  retten  könne,

Es  waren  nicht  einmal  die  Sozialdemokraten  gewesen,  die
mit  der  öffentlichen  Behandlung  der  Kaiserfrage  vorangegangen
  waren,  sondern  demokratische  Blätter,  wıe  die,,Frankfurter
  Zeitung“  und  das  ‚‚Berliner  Tageblatt‘.  Die  Mehrheitssozialisten
  scheinen  sogar  anfänglich  geschwankt  zu
haben,  ob  eine  Abdankung  des  Kaisers  unter  den  obwaltenden
  Verhältnissen  erwünscht  und  nützlich  sei.  Erst
nachdem  bürgerlich-demokratische  Blätter  und  bürgerlich-demokratische
  Versammlungen  —  so  am  31.  Oktober

in  München  —  laut  und  ungestraft  nach  der  Abdankung
des  Kaisers  und  des  Kronprinzen  gerufen  hatten,  scheint
der  Sozialdemokratie  voll  zum  Bewußtsein  gekommen
zu  sein,  was  sie  jetzt  wagen  könne.  Sie  übernahm
nun  in  dieser  neuen  Umsturzbewegung  die  Führung.
Herr  Scheidemann  brachte  die  Abdankungstrage  vor  das
Kriegskabinett.

Ehe  noch  das  Kriegskabinett  zu  einem  Entschluß  kam,
vollzogen  sich  in  der  Flotte  die  Ereignisse,  die  zur  offenen
Revolution  führten.

In  den  letzten  Oktobertagen  sollte  die  Hochsecflotte
auslaufen,  um  die  durch  die  Einstellung  des  U-Bootkriegs
gegen  Handelsschiffe  für  rein  militärische  Zwecke  freigewordene
  Tauchbootflotte  bei  einer  Aktion  gegen  die
britische  Kriegsflotte  zu  unterstüfzen.  Auf  einem  Teil

der  Schiffe  verweigerten  die  durch  die  revolutionäre

564