Die  Revcliution  in  Berlin

Der  nächste  Tag  brachte  die  Revolution  in  Berlin.

Als  am  Vormittag  des  9.  November  die  Nachricht  an
das  unter  dem  Vorsitz  des  Prinzen  Max  im  Reichskanzlerhaus
  versammelte  Kriegskabinett  gelangte,  daß  sich
demonstrierende  Arbeiterzüge  nach  dem  Innern  der  Stadt
bewegten  und  daß  ein  Teil  der  in  Berlin  garnisonierenden
Truppen,  vorwiegend  Ersatzbataillone,  sich  der  revolutionären
  Bewegung  angeschlossen  habe,  da  ließ  der  Reichskanzler
  Prinz  Max  von  Baden  die  Abdankung  des  Kaisers
und  Königs  und  den  Thronverzicht  des  Kronprinzen
öffentlich  bekanntmachen,  obwohl  die  Verhandlungen
mit  dem  Kaiser  über  seine  Abdankung  noch  nicht  abgeschlossen
  waren  und  eine  Abdankungserklärung  noch
nicht  vorlag,  und  obwohl  mit  dem  Kronprinzen  wegen
eines  Thronverzichtes  überhaupt  noch  nicht  Fühlung
genommen  worden  war.  Gleichzeitig  faßte  das  Kriegskabinett,
  wie  mir  voneinemseiner  Mitgliederam  Nachmittag
mitgeteilt  worden  ist,  den  später  angezweifelten  Beschluß,
daß  den  Demonstranten  und  Aufrührern  kein  bewaffneter
Widerstand  entgegengesetzt  werden  dürfe.  Schon  vorher
hatte  der  Oberstkommandierende  in  den  Marken  aus
eigener  Initiative  einen  ähnlichen  Befchl  ausgegeben.

So  kapitulierten  die  bürgerlichen  und  militärischen  Behörden
  kampflos,  ja  ohne  jeden  Versuch  eines  Widerstandes.

Prinz  Max  hatte  noch  In  seiner  Bekanntmachung  über
die  angebliche  Verzichtleistung  des  Kaisers  und  des  Kronprinzen
  erklärt,  er  werde  als  Reichskanzler  so  lange  im

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