Die  Entscheidung

Länger  als  vier  Jahre  hindurch  hatte  das  deutsche  Volk,
von  fremder  Hilfe  fast  völlig  abgeschnitten,  die  ungeheure
Last  des  Krieges  getragen,  hatte  das  deutsche  Heer,  nur
von  wenigen  und  schwächeren  Bundesgenossen  unterstützt,
  in  wunderbaren  Waffentaten  sich  der  erdrückenden
Übermacht  an  Menschen  und  Kriegsmaterial  erwehrt.
Das  Aufgebot  und  die  Anspannung  aller  Tugenden  des
deutschen  Volkstums  waren  nahe  daran,  das  Wunder
des  siegreichen  Widerstandes  gegen  eine  Welt  zu
verwirklichen.

Unsere  physischen  und  moralischen  Kräfte  haben  nicht
ausgereicht,  um  das  Höchste  zu  vollbringen.  Sie  haben
uns  vor  dem  Ziel  im  Stich  gelassen.  So  ıst  das  deutsche
Volk  von  den  Höhen,  die  es  in  Jahrzehnten  und  Jahrhunderten
  friedlicher  Arbeit  erklommen,  die  es  in  dem
Ringen  des  Krieges  in  unvergleichlicher  Gegenwehr  behauptet
  hatte,  hinabgestürzt  in  den  dunklen  Abgrund,  in
dem  es  jetzt  wehrlos  ın  den  Klauen  erbarmungsloser  Feinde
um  Sein  oder  Nichtsein  ringt.

Und  doch,  so  schwer  uns  das  Schicksal  geschlagen  hat,
durch  unsere  Feinde  und  mehr  noch  durch  uns  selbst
—  die  Hoffnung  will  uns  nicht  verlassen.  Besiegt  und
gedemütigt,  entwallnet  und  verarmt  gehen  wir  aus  der
Völkerdämmerung  hervor,  sehen  wir  uns  in  eine  Welt  gestellt,
  die  ihr  Angesicht  von  Grund  aus  verändert  hat.  Aber

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