Nachtrag

Es  läßt  sich  denken,  daß  die  britische  Regierung  bei
dieser  veränderten  Sachlage  durch  den  offiziellen  Friedensschritt
  des  Papstes  in  eine  gewisse  Verlegenheit  gesetzt
wurde:  sie  hatte  vor  wenigen  Wochen  zu  einem  solchen
Schritt  ermuntert  oder  sich  jedenfalls  nicht  abgeneig!l
gezeigt,  ihn  mit  Sympathie  aufzunehmen;  jetzt  war  sie
entschlossen,  an  ihren  alten,  nur  von  einem  niedergeworfenen
  Deutschland  erzwingbaren  Kriegszielen  festzuhalten
  und  infolgedessen  dem  päpstlichen  Schritt  keine
Folge  zu  geben.

Diese  Verlegenheit  der  britischen  Regierung  hat  die  Mitteilung
  des  Foreign  Office  an  den  britischen  Gesandten
beim  Vatikan,  den  Grafen  Salıs,  vom  21.  August  1917,
die  später  als  „Friedensangebot“  .ausgegeben  worden  ist,
offensichtlich  diktiert.  Hier  der  Wortlaut:  *

„Wir  haben  noch  keine  Gelegenheit  gehabt,  unsere
Verbündeten  über  die  Note  seiner  Heiligkeit  zu  befragen,
  und  sind  nicht  in  der  Lage,  uns  über  eine  Beantwortung
  der  Vorschläge  Seiner  Heiligkeit  betrefiend

®  Der  nachstehend  wiedergegebene  Wortlaut  ist  der  von  der  deutschen  Regierung  bekanntgegebene
  und  entspricht  nach  einer  Veröffentlichung  der  Kurie  in  der  Florentiner  „Unitä
Cattolica'‘  dem  von  dem  Grafen  Salis  dem  Kardinalstaatssekretär  überlassenen  Text.  Der
von  der  britischen  Regierung  in  dem  WeıBbuch  vom  t2.  August  ıgı8  wiedergegebene  englische
Text  zeigt  nicht  unerhebliche  Abweichungen,  So  lautet  dort  der  Eingang:

„Da  die  Regierung  Seiner  Majestät  noch  nıchı  ın  der  Lüge  war,  Ihre  Verbündeten
über  die  Vorschläge  Seiner  Heiligkeit  zu  befragen,  kann  sie  nicht  sagen,  ob  es  Irgendeinen
  Zweck  hat,  eine  Antwart  darauf  zu  gebe,  oder,  bejabendentalts,  welche  Form
einer  solchen  Antwort  zu  geben  sein  würde."

Am  Schluß  steht  der  bezeichnenrle  Satz:

„sie  wollen,  wenn  sich  eine  gecignete  Gelegenheit  bietet,  dies  Seiner  Eminenz  auseinandersetzen.“



584