Verhandlungen  des  Vatikans  mit  Deutschland

Zeitungen  berichtet  haben,  Kopf  und  Unterschrift  weggeschnitten
  und  es  so  ın  ein  „Aide-Memoire‘“,  wie  der
diplomatische  Fachausdruck  heißt,  verwandelt  hatte.

Dieses  ‘Aide-Memoire  wurde  nun  der  deutschen  Regierung
  mitgeteilt,  und  zwar  mit  dem  Schreiben  des  Nuntius
Pacellivom  30.  August,  daserwähnte,  daß  die  französische
Regierung  sich  den  Darlegungen  des  Telegramms  angeschlossen
  habe,  die  Aufmerksamkeit  des  Reichskanzlers
  in  besonderer  Weise  auf  den  Belgien  betreffenden
Passus  hinlenkte  und  zum  Ausdruck  brachte,  daß  nach  der
Meinung  des  Kardinalstaatssekretärs  „durch  eine  befriedigende
  Erklärung  der  deutschen  Regierung  zu  diesem
Punkte  ein  bedeutender  Schritt  zur  weiteren  Entwicklung
der  Verhandlungen  gemacht  würde“.

Nach  den  von  dem  Unterstaatssekretär  im  Foreign  Office,
Herrn  Harmsworth,  Anfang  August  IgIg  abgegebenen  Erklärungen
  und  nach  dem  britischen  Weißbuch  vom  12.  August
  I9Ig  hat  der  Kardinalstaatssekretär  dem  britischen
Gesandten  mitgeteilt,  er  werde  antworten,  wenn  er  von  der
deutschen  Regierung  die  von  dieser  erbetene  Erklärung  über
Belgien  erhalten  habe.  Um  seine  Meinung  befragt,  äußerte
sich  der  Gesandte  rein  persönlich  dahin,  daß  eine  solche
Erklärung  über  Belgien  wünschenswert  sei,  aber  immerhin
  sei  dieser  Punkt  nur  einer  unter  vielen  Streitpunkten
zwischen  den  Kriegführenden.  Das  Foreign  Office  jedoch
ließ  seinen  Gesandten  wissen,  „daB  es  inopportun  sei,
sich  in  eine  Teildiskussion  dieser  Frage  einzulassen‘.

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