Vorsichtige  Haltung  der  deutschen  Regierung

Die  päpstliche  Anfrage  an  Deutschland  ist  mithin  nicht
nur  nicht  auf  Veranlassung  des  Foreign  Office  und  der
französischen  Regierung,  sondern  gegen  deren  Willen
erfolgt.

Das  Schreiben  des  Nuntius  Pacelli  erweckte  im  Auswärtigen
  Amte  ın  Berlin  den  Eindruck,  daß  hier  immerhin
die  Möglichkeit  eines  von  der  französischen  Regierung
ausdrücklich  gebilligten  Friedensfühlers  der  britischen
Regierung  vorliege.  Da  aber  der  Inhalt  des  dem  Schreiben
beigefügten  britischen  Telegramms  sowie  andere  Wahrnehmungen
  dem  zu  widersprechen  und  zu  beweisen
schienen,  daB  die  britische  Regierung  und  ihre  Verbündeten
  zu  ihrem  in  der  Antwortnote  an  den  Präsidenten
  Wilson  vom  Io.  Januar  I9I7  eingenommenen
Standpunkt,  der  jede  Verhandlung  ausschloß,  zurückgekehrt
  seien,  hielt  es  der  Reichskanzler,  dem  Rate
des  Staatssekretärs  von  Kühlmann  folgend,  für  geboten,
zunächst  einmal  durch  einen  absolut  verfrauenswürdigen
spanischen  Diplomaten,  der  über  ausgezeichnete  Beziehungen
  zur  englischen  Regierung  verfügte,  in  London
sondieren  zu  lassen,  ob  dort  überhaupt  Geneigtheit  zu
Verhandlungen  auf  einer  für  uns  annehmbaren  Grundlage
bestehe.  Wie  berechtigt  diese  Vorsicht  war,  ergibt  die
oben  geschilderte  Haltung  des  Foreign  Office  und  der
französischen  Regierung  gegenüber  dem  vatikanischen
Schritt.

Um  sich  die  notwendige  Bewegungsfreiheit  für  die  weitere

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