Der  Herr  Vorstende  hat  in  zutreffender  Weise  die  beiden  großen
lexe  unterschieden,  auf  die  es  bei  der  Stellungnahme  der  verautwortlichen
  Instanzen  und  Dersönlichkeiten  in  bezug  auf  die  Entscheidung
über  den  rücksichtslosen  A-Boot--Krieg  ankommt.  Das  ist  erstens  die  Witr
kung  des  1l.  Boot.  Krieges  aust  unsere  Feinde,  namentlich  auf  England,  und
zweitens  die  Wirkung  des  #-Boot-Krieges  auf  unser  Verhältnis  zu  den
Neutralen,  besonders  zu  den  Bereinigten  Staaten.  Um  das
eEinschätzen  und  Abwägen  dieser  beiden  Wirkungen  drehten  sich  in  der  Tat
die  Meinungsverschiedenheiten  zwischen  den  einzelnen  an  der  Entscheidung
beteiligten  Stellen,  die  sich,  wie  ja  bekannt  ist,  mitunter  zu  recht  schweren
Relbungen  zugespi#t  baben;  um  das  Abwägen  und  Einschätzen  dieser  bei
den  Wirkungen  drehte  sich  der  Kampf  im  Hauptausschuß  des  Reichstages.
in  der  Dresse  und  in  der  öffentlichen  Meinung.  Und  ich  möchte  gleich
binzufügen:  um  dieses  Einschätzen  und  Abwägen  drehte  sich  auch  der  Kampf
in  der  Seecle  eines  jeden  einzelnen,  der  an  der  Entscheidung  über  diese
schwerwiegenden  Fragen  beteiligt  war.

Die  Frage  des  uneingeschränkten  U.  Boot-Krieges  konnte  und  durste
leine  Drinzipienfrage  sein.  konnte  und  durfte  nicht  als  Prinziypienfrage  behandelt
  und  bevurkeilt  werden.  Sie  war  eine  Frage  der  politischen  und  militärischen
  Kriegführung.  Sie  war  nicht  eine  Frage  des  dogmatischen  Glaudens,
  für  den  es  treue  Gläubiger  und  untreue  Abtrünnige  gibt,  sondern
eine  Frage  des  zweckmäßigen  Dandelns,  cines  Handelns,  für  das  nur
ihrer  Natur  nach  wechselnde  Zweckmäßigkeitsgründe  entscheidend  sein  konm.
ten.  Das  Hamdeln  batte  sich  der  Situation  anzupassen.  Wer  an  der
Verantwortung  für  diese  Entscheidung,  von  der  das  Schicksal  unseres  Vaterlandes
  abhing,  mitzutragen  hatte,  mußte  neben  dem  Für  stets  das  Wider
und  neden  dem  Wider  stets  auch  das  Für  vor  Augen  haben  und  auf  das
gewissenhafteste  prüfen;  der  hatte  von  dem  Augenblicke  an,  in  dem  die
Frage  des  U  Boot  Krieges  aufgeworfen  wurde,  unausgesetzt  mit  sich  selbst
zu  Rate  zu  geben,  unausgesetzt  nach  der  Entwicklung  aller  mitspielenden
Faktoren,  nach  dem  Gange  der  militärischen  und  politischen  Ereignisse.
nach  der  Gestaltung  der  wirtschaftlichen  Verhältnisse  zu  Hause  und  drau
Pßen,  bei  uns  und  beim  Feinde,  nach  der  technischen  Ausgestaltung  der
1.  Boot-Waffe  usw.  seine  Stellungnahme  nachzuprüfen.  Alles  das  mußte
uns  immer  und  immer  wieder  vor  die  verantwortungsvollste  Frage  siellen,
vor  die  je  ein  Staatsmann,  ein  Feldberr,  ein  Admiral  in  der  Welt
geschichte  gestellt  worden  ist.  Diese  ungeheure  Verantwortung,  gleich
schwer  —  daß  möchte  ich  beronen  —  für  das  Unterlasfen  wie  für  das  Tun,
lag  auf  allen  Beratungen.  Ein  BVabanguespiel  der  Ausdruch