–  4  —

ist  auch  hier  in  diesem  Saal  gefallen  —  gab  es  nicht,  für  niemand.  Jeder
der  Beteiligten  war  sich  voll  der  schweren  Verantwortung  bewußt  und
t#t  ein  für  das,  was  er  nach  gewissenhafter  Prüfung  vor  seinem  Got#t
und  seinem  Volke  als  nocwendig  für  die  Rettung  unseres  Vaterlandes
ansehen  mußte.  Wer  heute  vom  PWabanquespiel  spricht,  hat  keine  Ahnung
ven  dem  Geiste  der  DPlichttreue  und  der  Gewissenhaftigkeit,  mit  der  alle
großen  Entscheidungen  in  diesem  Kriege  getroffen  worden  sind.  Wer
heute  vom  Wabanquespiel  spricht  —  das  darf  ich  wohl  sagen  —,  bringt
zu  den  Verhandlungen  des  Ausschusses  eine  Gesinnung  mit,  die  unfähig

-  ndendetgwstrnEntschewungenmdiefem  großen  Kriege
*  nur  im  entferntesten  gerecht  zu  werden.

Ich  komme  nun  zur  Sache.  Bei  der  entscheidenden  Rolle,  die  schließlich
die  Boreinigten  Stagten  in  diesem  Kriege  gespielt  haben,  lalsen
Sie  mich  zunächst  unser  Verhältnis  zu  Amerika  und  seine  eeinstussung
durch  den  UA-Boot-Krieg  behandeln.  Ich  brauche  kein  Wort  darüber  zu
verlieren,  wie  wichtig  es  war,  Amerika  nicht  nur  aus  dem  Kriege-#

sondern  Amerika  auch  bei  einer  aufrichtigen  Neutralitär,  die  uns
niche  schlechter  stellte  als  unsere  Feinde,  zu  halten.  Sie  haben  dench
den  Grafen  Bernstorff  gehört,  der  gewiß  nicht  voreingenommen  ist  geten
Amerika  und  gegen  den  Dräsßidenten  Wilson,  in  welchem  Maße  die
Politit  der  Vereinigten  Staaten  trotz  aller  idealen  Reden  des  Dräßidenten
Wilson  durch  materielle  Interessen  in  diesem  Kriege  entscheidend  beeimflluße
  worden  ist.  Ich  darf  daran  erinnern,  daß  Herr  Graf  Bernstovff
Ihnen  mitgeteilt  hat,  daß  nach  den  großen  Zugeständnissen,  die  wir  Ameu
  in  der  Susser-Note  vom  4.  Mai  1916  gemacht  haben,  der  Vertraute
des  Präsidenten  Wilson,  der  Oberst  House,  ihm,  dem  Grafen  Bernstorfs,
im  Mai  1916  mitgeteilt  hat:  Wilson  könne  nichts  mehr  tun,  um  jetzt,
nachdem  wir  auf  den  Boden  des  Völkerrechts  mit  dem  Ll.  Boot.  Krieg  zurückgekehrt
  wären,  auch  England  zur  Beobachtung  der  völkerrechtlichen  Nocmen
  des  Seekrieges,  also  zur  Aufgabe  der  Handels.  und  Hungerblockade,
zu  veranlassen,  und  zwar  deshalb,  weil  die  kommerziellen  und  finanziellen
Beziehungen  zwischen  den  Amerikanern  und  den  Ententeländern  sich  zu
sehr  ausgedehnt  und  zu  lukvrativ  gestaltet  hbätten.  —  Das  war  das
Bekennenis  einer  schönen  Seele,  das  festgehalren
werden  muß  ein  Bekenntnis,  das  für  die  Beurteilung  der  in  NRede
stehenden  Frage,  ob  eine  aussichtsvolle  und  für  uns  annehmbare  Friedensaktion
  des  Hräsidenten  Wilson  zu  erwarten  war,  das  für  die  Beirteilung
  dieser  Frage  wichtiger  ist,  als  alle  in  den  langen  Verhandlungen  angezogenen
  Einzelheiten.

Wilson,  der  schon  im  Mai  1916  eingestandenermaßen  die  geheiligten
Grumdsätze  des  Gölkerrechts  und  der  Verträge  den  Handelsinteressen  unter
ordnete,  aber  nach  wie  vor  die  Heiligkeit  des  Völkerrechts  und  der  Verwäge
  auf  den  Lippen  führte,  das  ist  der  Mann,  mit  dem  wir  es  zu  tun
batten.  Das  bitte  ich  vor  allen  Dingen  festzuhalten.

Die  materielle  Entwicklung  Amerikas  in  der  Richtung  auf  die  Entente
zu  war  von  Anfang  des  Krieges  an  zu  befürchten.  Wir  waren  von  Ansang
  an  gegenüber  der  Entente  schlechter  gestellt.  Die  völkerrechtswidrige
Unterbindung  eines  jeden  Seeverkehrs  zwischen  Deutschland  und  der  Bußenwelt
  auch  des  Seeverkehrs  mit  neutralen  Staaten,  auch  des  Verkehrs  mit
Waren,  die  nicht  auf  der  Vanwarenliste  standen,  auch  des  Seeverkehrs
ven  Richekombattamen,  —  alles  das  mußte  die  Entwicklung  der  kommer.
ziellen  und  finanziellen  Beziebungen  in  der  Richtung  nach  den  Entewestaaten
  zu  begünstigen.