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Immerbin  wäre  eine  Gegenwakung  für  uns  unter  der  Voraussetzung
möglich  gewesen,  daß  bei  den  maßgebenden  Persönlichkeiten  der  Union
eine  solche  Gegenwirkung  als  erwünscht  angesehen  und  gefördert  worden
wäre.  Das  war  aber  von  Anfang  an  nicht  der  Fall.  WVersucht  worden
ist  diese  Gegenwirkumg.  Der  Ausschuß  hat  die  Möglichkeit,  Zeugen  darüber
  zu  vernehbmen.  Gleich  nach  Kriegsbeginn  is  der  frühere  Staats
sekretär  Dr.  Dernburg  von  der  Reichsleitung  veranlaßt  worden,  nach
Amerika  zu  reisen,  gewissermaßen  um  dort  als  persönlicher  Stützpunlt  sr
unsere  Interessen  zu  dienen,  namenklich  um  unsere  finanziellen  und  wirt
schaftlichen  Interessen  dort  zu  vertreten;  ferner  ist  einer  der  tüchtigsten  Be
amten  des  Reichsomts  des  Innern,  Herr  Albert,  der  jetige  Unter.
Kaatssekretär  in  der  Reichskanzlei,  zu  gleichen  Zwecken  hinübergeschickt
worden.  Aber  auch  große  Drivatunternehmungen  haben  solche  PVersuche
unternommen.  So  hat  die  Deutsche  Bank,  deren  Direktorium  ich  bei
Kriegsausbruch  noch  angehört  habe,  auf  meine  Veranlassung  einen  der
Senvertretenden  Direktoren  mit  weitgehenden  Vollmachten  nach  New  Vort
geschickt,  um  auch  flür  den  zu  erwartenden  Fall  mangelhafter  Nachrichten
verbindungen  drüben  aktionssähig  zu  sein.  Aber  alle  Herren  Kießen  von
Anfang  an  auf  große  Schwierigkeiten  sowohl  in  der  öffentlichen  Menung,
  in  der  allgemeinen  Volroimmung,  wie  auch  bei  den  maßgebenden
Kreisen.

Bezeichnend  ist  die  Behandlung  unserer  Telefunkenverbindungen,,
  die  auch  bereits  zur  Sprache  gekommen  ist.  Graf  Bernstorff
hat  bereits  berichtet,  daß  wir  nach  unseren  eigenen  Junkstationen  in  Ame
rila  —  es  waren  deutsche  AUnternehmungen,  die  geringe  feindliche  Betei
ligung  ändert  nichts  an  der  Sache  —  nach  Kriegsausbruch  auf  Anord
nung  der  amerikanischen  Regierung  m#r  solche  Chiffre-Telegramme  schicken
durften,  für  die  die  amerikanische  Regierung  den  Schlüssel  besaß.  Um  die
Nachrichtenverbindung  mit  Amerika  zu  verbessern,  habe  ich  mich  gleich  nach
Miegsausbruch  mit  der  Telesunken-Gesellschaft  und  mit  dem  Auswärtigen
Amt  in  Verbindung  gesetzt  wegen  Schaffung  von  neuen  Funkenverbindun
gen,  um  die  zwei,  die  wir  hatten  und  die  nicht  übermäßig  leistungsfähig
waren,  zu  ergänzen.  Die  Schaffung  einer  neuen  leistungsfähigen  Tele
sunkenverbindung  wäre  technisch  innerhalb  nicht  allzu  langer  Zeit  möglich
gewesen;  aber  der  Plan  mußte  infolge  der  unfreundlichen  Haltung  der
amerikanischen  Regierung  gegenüber  unseren  Stationen  aufgegeben  werden.
während  die  Entente  auf  ihren  Kabeln,  die  doch  schließlich  auch  auf  amerikanischem
  Territorium  gelandet  waren,  alles,  was  sie  wollte,  chiffriert
und  unchiffriert  herübertelegraphieren  konnte,  und  zwar  die  Reglerungen
sowohl  wie  die  Drivaten.  Wir  dagegen  waren  während  des  ganzen
Krieges  auf  die  magere  und  kontrollierte  Verbindung  dieser  zwei  oft  ver.
sagenden  Telefunkenstationen  und  auf  gelegentliche  Gefälligkeiten  der  amevilanischen
  Regierung  für  unseren  Verkehr  angewiesen,  und  ferner  au
Umwege,  die  man  sich  mühsam  und  unter  immer  wachsenden  Schwierigleiten
  über  das  neutrale  Ausland  suchen  mußte.  Wäre  Amerika  von  Anfang
  an  neutral  gewesen,  ich  frage  hier,  was  stand  dem  entgegen,  daß
unsere  Telefunkenverbindung  mit  Amerika  sofort  in  größtem  Maße  aus
gebaur  wurde?  Welcher  völkerrechtliche  Grundsastz  stand  dem  entgegen,
daß  die  amerikanische  Regierung  gestattete,  eine  solche  PVerbesserung  des
Konmnexes  zwischen  Deutschland  und  Amerika,  einem  neutralen  Lande,  bher.
beizuführen?

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