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Aber  was  war  damals  die  Wirtung  meiner  Ausführungen  und  derjenigen
  des  Herrn  Reichskanzlers,  die  nach  derselben  Richtung  gingen?
Ich  lege  das  Dokument  auf  den  Tisch  des  Hauses  nieder:  die  Er
klärung  der  Zentrumsfraktion  vom  7.  Oktober  1916,
von  der  Herr  v.  Bethmann.  Hollweg  schon  gesprochen  hat.  Ich  muß  in
diesem  Zusammenhange  den  Wortlaut  noch  einmal  verlesen:

Namens  sämtlicher
—  fett  gedruckt:  sämtlicher!  —

Fraktionsmitglieder  der  Zentrumsfraktion  des  Ausschusses  für  den
Reichshaushalt  ist  folgende  Erklärung  abgegeben  worden:

Für  die  politische  Entscheidung  über  die  Kriegführung  ist

dem  Reichstage  gegenüber  der  Reichskanzler  allein  verantwortlich.

Feststellung  eines  Prinzips,  das,  wie  Sie  sehen  werden,  durch  die  fol.

genden  Sätze  für  diesen  Einzelfall  aufgehoben  wird!  Die  Erklärung  fährt
weiter:

Die  Entscheidung  des  Reichskanzlers  wird  sich  dabei  wesentlich
auf  die  Entschliebung  der  Obersten  Heeresleitung  zu  stützen  haben.
Fällt  die  Entscheidung  für  die  Führung  des  rücksichtslosen
U.  Boot.  Krieges  aus,
—  also  nicht  etwa:  einerlei,  wie  die  Entscheidung  ausfällt;  sondern:  „fällt
die  Entscheidung  für  die  Führung  des  rücksichtslosen  .  MBooc-Krieges
aus“"'!  —
*  daif  der  Reichskanzler  des  Einverständnisses  des  Reichstages
icher  sein.

Hier  liegt  die  Erklärung!  Damit  hatte  die  größte  Fraktion  des  Neichs.
tages,  die  Fraktion,  die  in  der  A-Boot-Frage  das  Zünglein  an  der  Wage
bildete  —  Zünglein  ist  ja  ein  sehr  bescheidener  Ausdruck  gegenüber  dieser
großen  Fraktion  —,  erklärt,  daß  sie  die  Entscheidung  über  den  uneingeschränkten
  1#.  Boot-Krieg  in  die  Hände  der  Obersten  Heeresleitung  lege  und
den  Reichskanzler,  falls  die  Entscheidung  zugunsten  des  rückfichtslosen
#A-Boot-Krieges  ausfalle,  im  voraus  von  seiner  politischen  Verantwortlichkeit
  für  diese  Entscheidung  entlastet  hatte.  Sie  hat  üÜberdien  den
Reichstag  durch  die  im  voraus  erteilte  Zustimmung  zum  rücksichtslosen
  #I.  Boot-Krieg,  soweit  es  an  ihm  lag,  für  die  weitere  Behandlung
der  #1.  Boot  Frage  im  voraus  ausgeschaltet.  Herr  v.  Bethmann
Hollweg  hat  sich  damals  —  das  kann  ich  bezeugen  —  auf  den
Standpunkt  gestellt,  daß  niemand  auf  der  ganzen  Welt  —  auch  nicht  die
Oberste  Heeresleitung,  auch  nicht  eine  Erklärung  der  stärksten  Reichstagsfraktion
  —  ihm  seine  Berantwortlichkeit  abnehmen  köhne:  nicht  seine  politische
  —  das  kann  der  Reichstag  selbstverständlich,  wenn  ihm  der  Reichs.
tag  eine  Blankovollmacht  gibt  —,  aber  seine  Verantwortlichkeit  vor  Gott,
seine  Verantwortlichkeit  vor  seinem  Kaiser  und  dem  deutschen  Volke.  Wenn
heute  unter  denjenigen,  die  wegen  der  Eröffnung  des  uneingeschränkten
U.Boot-Kriceges  und  der  Folgen  dieser  Maßnahme  gegen  die  damalige
politische  Leitung  am  lautesten  Anklage  erheben,  sich  Leute  befinden,  die
damals  diese  Erklärung  mit  abgegeben  haben,  so  würde  ich  im  Drivat.
leben  das  Gebaren  dieser  Leute  als  den  Gipfelpunkt  der  Heuchelei  be—
zeichnen.  Ich  spreche  jedenfalls  für  meine  Derson  denjenigen  Leuten,  die
heute  so  laut  Anklage  erheben  und  sich  heute  als  Richter  aufspielen  wollen.
das  Decht  dazu  auf  Grund  dieser  Erklärung  vollkommen  ab.