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Mein  Standpunkt  in  der  Sache  des  U.  Boot·  Krieges  war  vom  ersten
bis  zum  letzten  Tage,  solange  um  die  Entscheidung  gerungen  wurde,  der
folgende  —  ich  spreche  in  Anführungszeichen  —:

„Wir  sind  nur  dann  in  der  Lage,  den  uneingeschränkten  A#-  Boot-Krieg

  mit  Aussicht  auf  Erfolg  eknzuleiten,  wenn  wir  imstande  find,

den  Schlag  gegen  England  so  sicher  und  schnell  zu  führen,  daß  es

um  Frieden  bitten  muß,  ehe  noch  die  Vereinigten  Staaten  das  große

Gewicht  ihrer  finanziellen  und  industriellen  Kraft  und  ihrer  Bevölke-.

rung  werden  in  die  Wagschale  werfen  können.“

So  habe  ich  die  wichtigste  Voraussetzung  für  den  U-Boot.  Krieg  in  einem
an  den  Feldmarschall  v.  Hindenburg  bestimmten  Gutachten  im  Herbst  1916
sormuliert.  Das  war  für  mich  der  kardinale  Dunkt  in  der  ganzen  Frage,
und  diesen  Standpunkt  hat  der  Herr  Reichskanzler  geleilt.  Dieser  Standpunkr
  war  nicht  diktiert  von  Gefühlen,  auch,  nicht  von  noch  so  berechtigten
SGefühlen.  Er  war  lediglich  diktiert  von  den  Realitäten,  die  über  alle
Sefühlsregungen  hinaus  in  diesem  Kampf  auf  Leben  und  Tod  kalr  und
nüchtern  in  Rechnung  gestellt  werden  mußten.

Unser  Standpunkt  war  auch  nicht  diktiert  von  irgendwelchen  abwegigen
  Spekulationen.  Wenn  zum  Beispiel  der  Herr  Großadmiral  v.  Tirpis
in  seinen  Erinnerungen  meine  Stellungnahme  zum  1.  Boot.  Krieg  in  Verbindung
  bringt  mit  einer  angeblich  von  mir  im  Sommer  1916  den
deutschen  Bundesfürsten  unterbreiteten  Denkschrife,
  in  der  die  Orientierung  nach  England  hin  empfohlen  und  gegen
eine  Verständigung  mit  Rußland  Stimmung  gemacht  wird,  so  ist  der
Großadmiral  falsch  berichtet.  Ich  habe  jene  Denkschrift  schon  damals  sehr
energisch  abgeschüttelt.  Auch  der  Herr  Reichskanzler  v.  Bethmann  Hollrloeg
  stand  dieser  Denkschrift  vollständig  sern;  er  kannte  sie  nicht.  Sie  it
ihm  dann  —  ich  habe  sie  von  dritter  Seite  bekommen  —  von  mir  vorgelegt
  worden.  Auch  der  Herr  Reichskanzler  v.  Bethmann  Hollweg  hatte
mit  dieser  Denkschrift  nicht  das  mindeste  zu  tun,  und  der  Inhalt  dieser
Denkschrift  ist  ungefähr  das  Gegenteil  von  der  damals  schon  von  mir  vertretenen
  Ansicht.

Aber  auch  meine  Ueberzeugung,  daß  England  die  Seele  der  seindlichen
  Mächtekoalition  war,  auch  mein  brennender  Wunsch,  England  an
seinen  Lebenswurzeln  fassen  zu  können,  vermochte  mich  ebensowenig  der
sachlichen  und  nüchternen  Prüfung  der  Aussichten  der  U  Boots-Waffe  zu
enkheben,  wie  meine  Gefüble  gegenüber  der  uns  schwer  schädigenden  unneutralen
  Haltung  der  Vereinigten  Staaten.

Ich  habe  damit  eine  kurze  Darstellung  meines  grundsätzlichen  Standpunttes
  gegeben  und  bitte  darum,  nun  die  einzelnen  Phasen  der  tatsächlichen
  Entwicklung,  soweit  ich  dabei  mitzuwirken  berufen  war,  kurz  schildern
zu  dürfen.

Der  Anfang  Februar,  zur  Zeit  meiner  Berufung  an  die  Spie  des  Reichs.
schatzames,  eingeleitete  Handels  1.  Boot-Krieg,  auf  den  auch
ich  zunächst  große  Hoffnungen  gesetzt  hatte,  erwies  sich  als  ein  Fehlschlag.  Ich
weiß  nicht,  wie  groß  die  Zahl  der  monatlich  versenkten  Tonnagen  war.  Sie
ist  damals,  glaube  ich,  nicht  bekannt  gegeben  worden;  ich  habe  jedenfalls
keine  Notizen  darüber.  Aber  die  Einwirkung  auf  die  britische  Einfuhr  und
Ausfuhr  —  die  Zahlen  wurden  ja  damals  noch  veröffentlicht  —  war  erstaunlich
  gering.  «

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  Verhältnisses  zu  den  Vereinigten  Staaten.  Die  greifbaren  Erfolge  des