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Herr  Admiral  Koch  hat,  wenn  ich  recht  verstanden  habe,  in  der  betzten
oder  vorletzten  Sitzung  dieses  Ausschusses  sich  zu  dieser  Ansicht  bekannt,
zu  der  Ansiche,  daß  das  Frühjahr  1916  der  richtige  Augenblick  zur  Eröoffnung
  des  umeingeschränkten  #W.Boot-Krieges  gewesen  wäre,  natür.
lich  —  ich  nehme  an  —  auch  damals  auf  die  Gefahr  des  Krieges  mit
Amerika  hin.

Ich  bin  damals,  auf  Grund  einer  eingehenden  DPrüfung  der  Sachlage
zu  der  gegenteiligen  Ansicht  gekommen.  Die  Wiederholung  des  Fehlers
vom  Februar  1915,  mit  einer  kaum  ausreichenden  Anzahl  von  #-Booten
in  den  #l.  Boot-Krieg  und  aller  Wahrscheinkeit  nach  in  den  Krieg  mit
Amerika  hineinzugehen,  konnte  nach  meiner  Ansicht  nicht  verantwortet  werden.
  Wir  verfügten  Anfangs  1916,  wenn  die  Notiz,  die  ich  mir  damals
gemacht  babe,  zutreffend  ist,  über  nur  62  MI.Boote,  von  denen  nur  ein
Teil  frontbereit  war.  Der  U..  Boot-Bau  war,  trotß  aller  Erörterungen,
  die  gestern  hier  stattgefunden  haben,  im  guten  Zuge.  Wir  hatten
Mcnat  für  Monar  die  Ablieferung  einer  sehr  stattlichen  Zahl  von
U.  Booten,  zeitweise  mehr  als  10  in  einem  Monat,  zu  erwarten,  U.  Boote,
die  zudem  in  ihrer  Leistungsfähigkeit  dem  größten  Teil  des  vorhandenen
Bestandes  weit  überlegen  sein  sollten.  Binnen  Jahresfrist  sollte  auf  be.
wächtlich  mehr  als  eine  Verdoppelung  gerechnet  werden.  Immer  mit  dem
Vorbehalt,  daß  meine  Notizen  zutreffend  find:  binnen  Jahresfrist  sind  wir
auch  in  der  Tak  von  62  auf  148  U-Boote  gekommen,  also  auf  mehr  als
das  Doppelte,  und  jedenfalls  auf  erheblich  leistungsfähigere  U  Boote.

Wenn  nun  in  der  vorletzten  Sitzung  von  Herrn  Kapitän  Bartenbach
erwähnt  wurde,  die  Vervollkommnung  der  Abwehr  habe  die  Zunahme  der
U.  Boote  ausgeglichen,  so  finde  ich  das  auch  heute  durch  die  tatsächliche-Entwicklung
  der  1.  Boot=  Leistungen  nicht  in  vollem  Umfange  bestätigt;
  und  auf  die  Leistungen  kommt  es  schließlich  doch  an.  Die  Leistungen
  sind  die  Resultante  einerseits  aus  der  Komponente  der  Zahl  und
Leistungsfähigkeit  unserer  U-Boote  und  andererseits  der  Komponente  der
Abwehr.  Und  diese  Leistungen  sind  seit  dem  Frühjahr  1916  doch  erheblich  gestiegen.
  Ich  möchte  darauf  aufmerksam  machen,  daß  im  Frühjahr  1916  im
verschärften  A.  Boot-Kriege  die  Höchstmonatsleistung,  soweit  mir  bekannt
ist,  nur  etwa  225  000  Tonnen  war.  Im  verschärften  U-Boot  ·  Kriegel  Dagegen
  ist  es  uns  in  den  letzten  Monaten  des  Jahres  1916  mitl  der  inzwischen
  wesentlich  stärker  und  besser  gewordenen  A-Boot-  Flotte  gelungen,
im  Wege  des  an  sich  weniger  wirksamen  bloßen  Kreuzerkrieges  mehr  ales
100  000  Tonnen  zu  versenken.  -

Also  abgesehen  davon,  daß  nach  meiner  Ansicht  im  März  und  April
1916  unsere  A-Boot-Flotte  nach  den  früher  gemachten  Erfahrungen  kaum
ausreichend  war,  um  das  Risiko  eines  Krieges  mit  Amerika  in  Kauf  zu
nehmen,  sprach  nach  meiner  Ansicht  gegen  den  Bruch  die  Tatsache,  daß
Englands  wirtschaftliche  Reserven  damals  als  noch  verhältnismäßig  stark
veranschlagt  werden  mußten,  daß  insbesondere  Englands  Getreide.
vorräte  damals  höher  waren  als  in  den  Vorjahren,  und  daß  die
nächstgelegenen  Bezugsländer,  auf  die  es  vor  allem  für  die  Versorgung
Englands  ankam,  die  Vereinigten  Staaten  und  Kanada,  eine  Rekordernte
hinter  sich  hatten,  eine  Rekordernte,  die  auch  beim  Herunterholen  zahlreicher
Getreideschiffe  das  Entstehen  einer  empfindlichen  Nahrungsmittelknappheit
in  England  nicht  besonders  wahrscheinlch  machte.  Es  kam  schließlich  auch
unsere  wirtschaftliche  Lage  hinzu.  Wir  waren  in  jener  Zeit  darauf  anqgewiesen,
  aus  dem  damals  noch  neutralen  Rumänien  die  großen  Getreidebestände
  zur  Ergänzung  unserer  eigenen  Ernte  hereinzubekommen,  und  nach