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sichtslose  U.  Boot  ·  Krieg  notwendig,  —  ich  meine  abermals,  unsere  Vertretung
  in  Amerika  mußte  im  Bilde  sein.

Graf  Bernstorff  anwortetc  erneut,  daß  Wilson  erst  nach  seiner  Wiederwahl
  marschieren  wollte,  und  er  sügte  hinzu,  der  Ausgang  des  Wahl.
kampfes  sei  „ganz  unsicher“.  In  einem  weiteren  Telegramm  vom  14.  Oi.
tober  bezeichnet  er  den  Ausgang  der  Wahl  als  „noch  immer  zweifelhaft“.

In  dieser  Zeit  ließ  der  Präsident  Wilson  in  einer  der,  soweit  ich
sehen  kann  und  aus  der  Bekundung  des  Grafen  Bernstorff  entnommen
habe,  ganz  seltenen  direkten  Unterhaltungen,  die  er  mit  dem  Grafen
Bernstorff  gehabt  hat,  durchblicken,  daß  ihm  eine  ausdrückliche  deutsche  Auregung
  oder  Aufforderung,  die  Friedensvermittlung  zu  übernehmen,  willkommen
  wäre.  Das  steht  im  Telegramm  vom  14.  Oktober.  Damals  hat
sich  also  Wilson  vor  einer  deutschen  Initiative  und  Anregung  nicht  gefürchtet.
  Ich  erwähne  das  auddrücklich,  weil  später  das  alter  ego  des
Präsidenten  Wilson,  der  Oberst  House,  dem  Grafen  Bernstorff  gegenüber
in  dem  deutschen  Iriedensschritt  eine  Beeinträchtigung  der  Wilsonschen  Friedensbemühungen
  gesehen  hat,  weil  sie  Wilson  in  den  Verdacht  gebrache
hätte,  prodeutsch  zu  sein.  Graf  Bernstorff  hat  schon  von  sich  aus  an
Wilson  in  dieser  Unterhaltung  geantwortet,  daß  seines  Erachtens  keine
Aussicht  auf  eine  solche  ausdrückliche  Anrufung  der  Wilsonschen  Vermitt.
lung  durch  eine  kriegführende  Macht  bestehen,  und  hat  dafür  in  einem
Telegramm  des  Kanzlers  vom  14.  Oktober  die  ausdrückliche  Bestätigung
erhalten.  Der  Kanzler  hat  damals  telegraphiert:  Lediglich  ein  spontaner
Friedensappell  Wilsons  komme  in  Betracht,  und  lediglich  zu  einem  solchen
spontanen  Appell  solle  Wilson  ermitigt  werden.  Auch  diese  Nuance
muß  man,  glaube  ich,  berücksichtigen,  wenn  man  über  die  Frage  urteilen
will,  ob  und  wieweit  die  deutsche  Politik  durch  die  Ermunterung  des  Priisidenten
  Wilson  zu  einem  Friedensappell  sich  in  ihrer  eigenen  Bewegungsfreiheit
  im  bezug  auf  den  Frieden  gebunden  habe.  ·

Der  6.  November  hat-  dann  die  Wiederwahl  Wilsons  zum  Dräfi.
denten  gebracht.  Aus  Amerika  keine  Nachricht  über  Wilsons  Aktion!  Nur
der  Botschaftsrat  Herr  v.  Haniel  berichtet  am  20.  November  an  den  Gesandten
  v.  Treutler  —  das  steht  auch  in  Ihren  Akten  —:  „Was  Weilson
allerdings  jeht“  —  also  nach  seiner  Wahl  —  „in  der  internationalen  Holitik
  tun  wird,  bleibt  abzuwarten.“"  Am  16.  November,  als  immer  noch
keine  Nachricht  über  Wilsons  Absichten  vorlag,  soweit  ich  wenigstens  sehe,
drahtete  Herr  v.  Jagow  an  den  Grafen  Bernstorff:

Läßt  sich  übersehen,  ob  Dräsident  in  Friedensvermittlung  Schritte

unternehmen  will,  eventuell  welche  und  wann?  Frage  wichtig  zur

Beurteilung  etwaiger  anderweitiger  Schritte  in  gleichem  Sinne.
Dieser  ausdrückliche  Hinweis,  daß  wir  eventuell  in  der  Friedensfrage
eigene  Wege  gehen  würden,  lag  fast  vier  Wochen  vor  unserem  Friedensschritte.
  Es  vergebt  eine  Woche,  vom  Grafen  Bernstorff  keine  Antwortl
Am  22.  November  wird  ihm  zu  seiner  persönlichen  Imformation  mitgeteilt:

Sofern  günstige  militärische  Lage  es  uns  gestattet,  beabsichtigen  wir,

mit  unseren  Verbündeten  demnächst  Bereitwilligkeit  unsererseits  anzukündigen,

  in  Friedensverhandlungen  einzutreten.  1
Dum  telegraphierte  Graf  Bernstorff  am  25.  November:  Wilson

babe  ihn  durch  den  Oberst  House  spontan  wissen  lassen,  daß  er  möglichst
bald  in  Friedensvermittlung  Schritte  tun  wolle,  „vermutlich“  zwischen
ject  und  Neujahr.  Ich  unterstreiche  das  „vermutlich".  Aber  in  demselben
Telegramm  ist  schon  von  den  belgischen  Deportationen  als  von  einem