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der  Frage  der  Friedensbedingungen  stellt,  ist  natürlich-  eine  ganz  andere
Frage  als  die,  wie  derjenige  sich  zu  den  Friedensbedingungen  stellt,  der
die  beiden  Parteien  lediglich  zusammenführt  und  sagt:  nun  bleibt  allein
und  sprecht  euch  erst  einmal  untereinander  aus.  «

Bisher  war  man  also  auf  unserer  Seite  der  Meinung  gewesen,  dast
es  möglich  sein  werde,  die  Mitwirkung  des  Präsidenten  Wilson  bei  den
eigentlichen  Friedensverhandlungen  darauf  zu  beschränken,  daß  es  seinen
guten  Diensten  gelingen  werde,  die  beiden  Parteien  an  den  Verhand.
lungstisch  zu  bringen.  Wenn  jetzt  Wilson  im  Anschluß  an  seine  Frie
densnote  vom  21.  Dezember,  die  anscheinend  alle  Wege  offen  ließ,  die
Aufgaben  des  „Clearinghouse“  in  Anspruch  nahm  und  insistierte,  daß  ihm
ven  beiden  Seiten  die  Friedensziele  mitgeteilt  werden  möchten,  so  war
das  ein  wichtiger  Schritt  über  den  bieher  vereinbarten  Rahmen  hinaus.
Es  war  von  da  an  nur  noch  ein  einziger  Schritt  bis  zu  dem  Schieds
richter  unter  den  kriegführenden  Parteien.

Die  Ententemächte  hatten  nun  in  ihrer  Kollektivnote  vom  10.  Januar
Wilson  ihre  Friedensziele,  die  bekannten  exorbianten  Bedingungen,  von
denen  ich  vorhin  gesprochen  habe,  mitgeteilt.  Jetzt  mußte  Klarheit  wer.
den,  wohin  eigentlich  die  Wilsonsche  Friedensaktion  zielte.  Auch  von  beachtlicher
  neutraler  Seite  wurde  die  Meinung  ausgesprochen,  wenn  der
Präsident  seinen  Friedensvorschlag  ernstlich  gemeint  habe,  müsse  er  unzweideutig
  zum  Ausdruck  bringem  daß  diese  Antwort  der  Sache  des  Friedens
nicht  dienen  könne,  sondern  den  Fortgang  des  Krieges  unvermeidbar  machte.
Ein  Urteil  von  beachtlicher  neutraler  Seitet

Wir  stehen  jent  vor  der  Frage,  wie  Wilson  zu  der  ungeheuerlichen
Ententeantwort,  die  geradezu  die  Ankündigung  des  Versailler  Friedens
war,  sich  verhielt.

Wilson  richtete  am  22.  Januar  jenc  vielbesprochene  Botschaft
  an  den  Kongreß,  die  am  gleichen  Tage  den  sämtlichen
Kriegführenden  durch  die  diplomatischen  Vertreter  offiziell  übermittelt
wurde.  Zn  dieser  Botschaft  erging  sich  der  DPräsident  des  langen  und
breiten  über  die  ihm  vorschwebende  künftige  Ordnung  der  Welt.  Jür
die  akute  Friedensfrage  wichtig  waren  folgende  unkte:

1.  Die  Botschaft  enthielt  nicht  nur  keine  Jurückweisung  der  unerhör
ten  Kriegsziele  der  Entente,  sondern  eine  Zensurierung  der  Ausführungen
der  Entente  und  der  Mittelmächte,  die  deutlich  zugunsten  der  Entente
ausfiel  und  das  stelle  ich  fest  im  Gegensatz  zu  einer  von  dem  Herrn
Abgcordneten  Dr.  Sinzheimer  in  der  ersten  Sitzung  des  Ausschusses  versuchten
  Abmilderung  —  die  für  die  Mittelmächte  schlechthin  unannehm.
daren  Kriegsziele  der  Enteme  als  diskutabel  behandelte.  Der  Dräsident
sagte  in  seiner  Botschaft:

„Die  Mittelmächte  erwiderten  in  einer  Note,  die  lediglich
—  „merely“  heißt  es  im  Text  —  «

besagte,  daß  sie  bereit  seien,  mit  ihren  Gegnern  zu  einer  Konferenz  zusammenzutreten,

  um  die  Friedensbedingungen  zu  erörtern.  Die  Mächte
der  Entente  haben  viel  ausführlicher  geantwortet  und  wenn  auch  nur
in  allgemeinen  Umrissen,  so  doch  mit  genügender  Bestimmtheit,  um

Einzelfragen  einzubeziehen,  die  Vereinbarungen,  Bürgschaften  und

Wiederherstellungen  angegeben,  die  ihnen  als  die  unumgänuglichen

  Bedingungen  einer  befriedigenden  Lösung  erscheinen.

  Wir  sind  dadurch  der  endgültigen  Erárterung
  des  Friedens,  der  den  gegenwärti-