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eine  Bekundung  des  guten  Willens,  der  Unvoreingenommenheit  und  der
Anparteilichkeit  Wilsons  angesehen  worden  ist.  Für  mich  war  sie  eine
Bestätigung  meiner  schlimmsten  Befürchtungen.  Für  mich  war  sie  ein  Do
kument,  das  die  Infähigkeit  Wilsons,  sich  aus  seiner  Voreingenommenheit
zu  befreien,  das  seine  Unkenntnis  unserer  Geschichte,  unserer  geographischen,
  unserer  Bevölkerungsverhältnisse  und  unserer  nationalen  Lebensbe
dürfnisse,  das  sein  unheilbares  Vorurteil  gegen  Deutschland  ins  dellste
Tageslicht  stellte.  Ich  kann  es  mir  auch  heute  nur  durch  die  lange  Ab
schnürung  eines  jeden  unmittelbaren  Verkehrs  und  jeder  unmittelbaren  Be
rührung  mit  der  deutschen  Heimat  und  nur  mit  der  starken  Suggestion
der  amerikanischen  Umwelt  erklären,  wenn  der  Botschafter  Graf  Wernstorff
in  dieser  Botschaft  einen  weiteren  Schritt  zu  einem  für  uns  annehmbaren
Frieden  gesehen  hat  und  auch  nach  dem  22.  Januar  in  diesem  Sinne  berichtete.
  Hinter  dieser  Botschaft  des  Präsidenten  Wilson  vom  22.  Januar
1917  zeigte  sich  bereits  das  Gesicht  des  Wilson  von  Versailles.

Als  Herr  Gerard  am  22.  Januar  im  Auswärtigen  Amt  einen
Abdruck  der  Botschaft  überreichte,  die  der  Präsident  Wilson  im  gleichen
Augenblick  im  amerikanischen  Kongreß  verlas,  war  in  der  Frage  des
#.  Boot-Krieges  die  Entscheidung,  wie  Sie  wissen,  bereits  ge.
fallen.  Ende  November  oder  Anfang  Dezember  1916  hatte  der  Admiral.
stab  auf  Grund  eines  Spezialfalles  die  Wiederaufnahme  des  verschärften
  #1l.Boot-Krieges  gegen  die  bewaffneten
  Handelsschiffe  verlangt,  auf  Grund  eines  Spezial.
falles,  der  mir  bierfür  an  sich  eine  Rechrfertigung  zu  geben
schien.  Graf  Bernstorff  ist  davon  in  einem  Telegramm  vom  1.  Dezember
1916  verständigt  worden.  Leber  diesen  Dunkt  ist  es  zwischen  der  politischen
  Leitung  einerseits,  dem  Admiralsstab  und  der  Obersten  Heeresleitung
##dererseits,  wie  die  Akten  ergeben,  zu  sehr  lebhaften  Auseinandersetzun.
gen  gekommen.  Ich  habe  dabei  die  Ansicht  vertreten,  daß,  wenn  ich  auch
den  Einzelfall,  der  die  Veranlassung  zur  Wiederaufnahme  des  verschärf.
ten  UA.Boot-Krieges  gab,  durchaus  würdigte,  eine  Werkündigung  der
Wiederaufnahme  des  verschärsten  #.  Boot=  Krieges  gegen  die  Handelsschiffe
angesichts  der  von  der  amerikanischen  Regierung  in  dem  Memorandum
vem  15.  März  1916  eingenommenen  Haltung  die  Friedensaktion  kompromittieren
  und  die  Gefahr  eines  Bruches  mit  Anmerika  in  der  gleichen
Weise  heraufbeschwören  würde,  wie  der  uneingeschränkte  A-Boot-Krieg.
Herr  Staatssekretär  Zimmermann  hat  neulich  hier  bekundet  —  und  das
stimmt  mit  den  Tatsachen  überein  —,  daß  er  in  diesem  Dunkt  anderer
Ansicht  war,  daß  er  glaubte,  man  würde  jetzt  bei  der  amerikanischen
NRegierung  einiges  Verständnis  für  den  verschärften  #-Boot.  Krieg  finden.
Immerhin  sind  dann  die  Weisungen  nach  Washington  bis  in  den  Januar
1917  binein  verschoben  worden,  und  diese  Angelegenheit  hat  dann  im
weiteren  Verlauf  der  Entscheidung  über  den  uneingeschränkten  U-Boot--Krieg
für  den  Gang  der  Dinge  keine  besondere  Nolle  mehr  gespielt.

Die  Erörterung  über  die  Wiedereröffnung  des
uneingeschränkten  1#.  Boot=  Krieges  war,  seit  sie  Anfang
  Oktober  im  Hauptausschuß  des  Reichstages  zur  Sprache  gekommen
war,  zeitweilig  durch  unsere  Friedensaktion  vollständig  in  den  Hintergrund
gedränge  worden.  Sie  wurde,  sobald  sich  das  Scheitern  unserer  Friedens.
aktion  annehmen  ließ,  erneut  aufgerollt,  und  zwar  durch  das  dem  Ausschuß
  vorliegende  Telegramm  des  Generals  Ludendorff
vom  20.  Dezember.  Das  Telegramm  lautet: