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Nachdem  Lloyd  George

—  der  am  18.  vor  dem  Unterhause  Erklärungen  abgegeben  hatte  —
das  Friedensangebot  durch  seine  Erklärungen  im  Unterhause  abgelehm
  hat,

—  das  ist  in  einer  sehr  scharfen  Weise  geschehen  —,
bin  ich  auf  Grund  der  Eindrücke,  die  ich  an  der  Westfront  gewon,
nen  habe,  der  Ueberzeugung,  daß  nunmehr  der  U—  Boot  Krieg  mit  aller
Schärfe  einsetzen  muß.  Z

Der  Reichskanzler  stellte  dem  entgegen,  daß  zunächst  die  formelle  Antwort.
der  Entente  abgewartet  werden  müßte,  und  daß  dann  der  Werabredung
gemäß  die  Frage  des  U-Boot-Krieges  gegen  bewaffnete  Handelsschiffe  be.
rieben  werden  sollte.  In  einer  persönlichen  Aussprache  in  DPleß,
der  auch  der  Staatssekretär  Zimmermann  und  ich  beiwohnten,  erklärte  der
Reichskanzler,  seine  weitere  Haltung  zur  Frage  des  uneingeschränkten
A.Boot.  Krieges  von  der  endgültigen  Stellungnahme  der  Entente  zu  unserem
  Friedensschritt  und  zu  der  Friedensaktion  des  Dräsidenten  Wilson
und  von  der  weiteren  Entwicklung  der  gesamten  Lage  abhängig  machen
zu  müssen.  Wenn  im  gegebenen  Moment  eine  Einigung  zwischen  ihm,  der
Obersten  Heeresleitung  und  dem  Admiralstabe  nicht  zu  erzielen  sei,  werde
die  Entscheidung  des  Kaisers  herbeigeführt  werden  müssen.  Damit  sind
wir  damals  am  29.  Dezember  1916  in  Dleß  auseinandergegangen.  Am
Tage  darauf,  am  30.  Dezember,  übergaben  die  Ententemächte  ihre  Am.
wortnote  auf  unseren  Friedensvorschlag,  deren  Inhalt  bekannt  ist.  Daqgegen
  stand  die  Antwort  der  Entente  auf  die  Friedensnote  Wilsons  noch
aus,  als  am  8.  Januar  das  gleichfalls  dem  Ausschuß  bekannte  Tele.
gramm  des  Feldmarschalls  v.  Hindenburg  in  Berlin  eintraf  des  Inhalts,
daß  er  die  Eröffnung  des  uneingeschränkten  A-Boot--Krieges  zum  1.  Februar
aus  militärischen  Gründen  für  unbedingt  geboten  halte.  Der  Kanzler
reiste  nach  dem  Eingehen  dieses  Telegrammes  noch  am  Abend  des  9.
Januar  nach  dem  Großen  Hauptquartier  und  dort  ist  —  Herr  v.  Betbmann
  Hollweg  hat  das  ja  hier  ausführlich  dargestellt  —  am  9.  Januar
abends  die  Aufnahme  des  uneingeschränkten  U.  Boot.  Krieges  für  den  1.
Februar  1917  beschlossen  worden.

Ueber  meine  persönliche  Stellungnahme  zu  dieser  Entscheidung  möchie
ich  solgendes  bekunden.

Zunächst  über  meine  Beurteilung  der  Wirkung  des
11-  Boot-Krieges  auf  England.

In  einem  wichtigen  DTunkte  battem  sich  gegenüber  dem  Frühjahr  1916
die  Verhältnisse  sehr  erheblich  zugunften  des  uneingeschränhten  U.  Boot.
Krieges  geändert.  Die  Ernte  in  England  war  wesentlich  schlechter  aus.
gefallen  als  in  dem  vorigen  Jahre.  Vor  allem  aber  war  die  Ernte  des
Jahres  1916  in  den  für  die  Versorgung  Englands  wichtigen  Bezugsgebieken,
  einmal  in  den  Vereinigten  Staaten  und  dann  in  Kanada,  geradezu
unbeilvoll  schlecht.  Die  Vereinigten  Staaten  und  Kanada,  die  im  abgelaufenen
  Erntejahr  mehr  als  88  Drozent  der  britischen  Getreidezufuhr
gedeckt  hatten,  diese  beiden  Gebiete  sahen  ihre  Weizenernte  von  37½
Millionen  Tonnen  auf  21  Millionen  Tonnen  reduziert.  Der  Abgeord.
nete  Gothein,  Miecglied  der  Kommission,  hat  damals  im  Hauptausschuß
gleichfalls  über  diese  Verhältnisse  ausführlich  gesprochen,  und  er  wird  mir
die  Richtigkeit  dieser  Zahlen  bestätigen.  Die  Bestände  an  Brotgerreide
in  England  selbst,  die  während  der  *ninëê]  acht  Monate  des  Jahres  1916
durchweg  höher  gewesen  waren  als  den  Vorjahren,  bielten  sich  vom