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September  am  unter  dem  Vorjahresstand.  Auf  Grund  der  Tatsachen  habe
ich  nicht  etwa  erst  im  Jamar,  sondern  schon  im  Oktober  1916  bei  den
Verhandlungen  des  Hauptausschusses  ausdrücklich  anerkannt  —  und  hier
zitiere  ich  wörtlich  nach  dem  Stenogramm  —,  daß  „der  rückfichtslose
U.  Boot-Krieg  heute  erbeblich  bessere  Aussichten  auf  eine  Abschnürung
Englands  von  der  notwendigen  Nahrungemittelzufuhr  haben  würde  als  vor
einem  halben  Jahre“.  Trotzdem  schienen  mir  im  Okrober  1916  auch  gegen-Über
  diesen  gebesserten  Aussichten  die  Gefahren  eines  Eintritts  der  Ver—
einigten  Staaten  in  den  Krieg  zu  überwiegen  aus  den  Gründen,  die  ich
rorgestern  mir  erlaubt  habe  hier  im  allgemeinen  Teil  meiner  Darstellung
zu  entwickeln.

Die  nun  auf  den  Oktober  folgenden  Wochen  und  Monate  brachten
eine  Bestätigung  des  unerhört  schlechten  Ernteausfalles
in  Nordamer  ika  sowie  Nachrichten  über  einen  ähnlich  ungünstigen
Srnteausfall  in  Argentinien,  wo  der  Weizenertrag  auf
nur  2,1  Millionen  Tonnen  gegen  4.  Millionen  Tonnen  im  Worjahr  geschägt
  wurde.  Leberall  zeigten  sich  deutliche  Somptome  einer  starken  Verknappung
  der  Getreideversorgung.  Das  Wort  von  der  „Welthungersnot“
kam  damals  auf.  Die  DPreise  stiegen  rapide.  Aber  trotzdem  England  die
höchsten  Preise  bewilligte,  sah  es  seine  Zufuhren  immer  weiter  binter  dem
Bedarf  zurückbleiben.  Oer  Dezember  1916  brachte  ihm  eine  Weizenein
fuhr  von  nur  1  410  000  Quarters  gegenüber  1  955  000  Quarters  im  Vorjahr,
  und  zwar  mit  der  deutlichen  Tendenz  zu  weiterer  Verschlechterung,
die  dann  auch  eingetreten  ist,  soweit  das  die  englischen  Statistiken,  die
nach  dem  Bekanntwerden  unseres  Entschlusses  zum  uneingeschränkten  #-Boot.
Krieg  nicht  mehr  veröffentlicht  wurden,  zu  übersehen  gestatteten.  Auch  die
an  sich  großen  Getreidebestände,  die  Amerika  aus  der  vorjährigen  Rekord.
ernte  zurückbehalten  hatte,  zeigten  eine  reißende  Abnahme,  sanken  mehr
und  mehr  unter  den  Stand  des  Vorjabres  berab.

Dazu  kam  als  weiteres  Moment:  die  Erhöhung  der  Leistungsfähig.
keit  und  der  effektiven  Leistungen  unserer  A.  Boote.  Ich  habe  bereits  cr.
wähnt,  daß  die  Versenkungen,  die  im  Frühjahr  1916  im  verschärften
  U-Boot  ·  Krieg  mit  etwa  225  000  Tonnen  monatlich  ihre  Hoöchstleistung
  erreicht  batten,  in  den  letzten  Monaten  des  Jahres  1916  mehr  als
100  000  To.  auf  den  Meeresgrund  binabschickten.  Die  amtlich  veröffentlichten
Zahlen  für  November  sind  bereits  etwas  über  400  000  Tonnen,  für  den
Dezember  416  000  Tonnen  und  für  den  Januar  rund  440  000  Tonnen.
Diese  Ergebnisse  im  U.-Boot-Krenzerkrieg  ließen  erwarten,  daß  die  früher
in  Aussicht  gestellten,  doch  immerhin  nicht  ganz  sicheren  600  000  Tonnen,
die  der  Admiralstab  für  den  uneingeschränkten  A.  Boot  ·  Krieg  in  Aussicht
gestellt  hatte,  nicht  nur  mit  Sicherhbeit  erreicht,  sondern  mit  großer  Wahr.
scheinlichkeit  erheblich  übertroffen  werden  würden.  Das  war  eine  Ent.
wicklung,  die  erst  seit  dem  Oktober  zu  übersehen  war.  Ueberhaupt  machte
sb  die  Wirkung  des  im  Oktober  in  den  britischen  Gewässern  auf  Befehl
des  Kaisers,  wie  neulich  festgestellt  worden  ist,  mit  Nachdruck  ausgenom.
menen  U.Boot--Kreuzerkrieges  in  dem  Schiffsverkehr  der  britischen  Häfen  in
ganz  anderer  Weise  fühlbar  als  der  frühere  #.  Boot=  Krieg.  Der  Rauminhalt
  der  in  den  britischen  Häfen  mit  Ladung  eingehenden  Schiffe
hatte  in  den  Monaten  Juni,  Juli  und  August  1916,  also  nach  der  Ein.
stellung  des  verschärften  U.  Boot-Krieges,  wieder  mehr  als  2  700  000  Nettotennen
  monatlich  betragen.  Im  Monat  Dezember  1916  waren  es  nur
noch  1  213  000  Nettotonnen  gegenilber  —  und  das  ist  wichtig  —  einem.