monatlichen  Friedensdurchschnitt  von  4  090  000  Tonnen  im  Jahre  1913.
Der  Eingang  beladener  Schiffe  in  britischen  Häfen  war  also  gegenüber
der  Friedenszeit  im  Dezember  1916  um  nicht  weniger  als  45  Drozem
nach  der  englischen  Statistik  selbst  abgedrosselt.  Von  dem  uneingeschränkten
  #U.  Boot-Krieg  konnte  man  natürlich  einc  weitere  erhebliche  Einschnü-.
rung  erwarten.

Diese  weitere  Einschnürung  zu  den  45  DProzent  bereits  vor.
handener  Abdrosselung  hinzu  ließ  allerdings  die  Möglichkeit,  Emgland  an
den  Wurzeln  seiner  wirtschaftlichen  Kraft  und  seiner  Kriegführung  zu
fassen,  greifbarer  erscheinen  als  vorber.  Bei  der  Zusammensetzung  der
englischen  Einfuhr  mußte  eine  solche  Einschnürung  des  Schiffsverkehrs
Warenkategorien  empfindlich  treffen,  die  für  die  Volksversorgung  und  für
die  Kriegführung  unentbehrlich  waren,  und  für  die  England  im  eigenen
Lande  Ersatz  entweder  überhaupt  nicht  oder  nur  langsam  oder  in
engen  Grenzen  schaffen  konnte;  denn  von  der  Einfuhr  des  letzten  Friedensjahres
  in  Höhe  von  57  Millionen  Tonnen  kamen  in  runden  Zahlen
allein  etwa  20  Millionen  Tonnen  auf  Nahrungs-  und  Genufmittel,  16
Millionen  Tonnen  auf  Holz,  das  insbesondere  für  den  britischen  Kohlen.
bergbau  und  Eisenerzbergbau  von  großer  Wichtigkeit  war,  7½  Millionen
Tonnen  auf  Eisenerze  und  insgesamt  nur  13½  Millionen  Tonnen  auf
alle  anderen  Waren,  darunter  auch  solche  kriegswichtige  Warengattungen
wie  Metalle  —  vor  allen  Dingen  Kupfer  —  Baumwolle,  Wolle,  Pe
troleum.

Trotzdem  auch  die  ungünstigen  Ernteverhältnisse,  die  bereits  erzielte
Abdrosselung  des  britischen  Seeverkehrs  und  die  gesteigerte  Leistungsfähig.
keit  unserer  #-Boote  die  Aussichten  für  den  #-Boot-Krieg  erheblich  verbessert
  hatten,  habe  ich,  als  im  Dezember  1916  die  U-Boot-  Frage  erneut
aufgeworfen  wurde,  mit  Entschiedenheit  von  der  Eröffnung  des  uneinge.
schränkten  U.  Boot-Krieges  vor  einer  kllaren  Erledigung  der  schwebenden
Fri-densfragen  abgeraten:  —  vor  eciner  klaren  Erledigung
der  schwebenden  Friedensfragen,  das'war  der  Hauptgesichtspunkt
  dabei.  Auch  wenn  es  mir  jetyt  möglich  schien,  England  durch
den  Druck  des  U.  Boot·  Krieges  zum  Frieden  geneigt  zu  machen,  ehe  Ame
rila  das  volle  Gewicht  seiner  Wirtschaftskraft  und  Bevölkerung  gegen  uns
einsetzen  könnte  —  möglich  schien!  —,  so  bielt  ich  die  amerikanische
Gefahr  doch  immer  noch  für  so  groß,  daß  nach  meiner  Ansicht  nichts  versäumt
  werden  durfte,  was  auch  nur  die  leiseste  Möglichkeit  geben  konnte.
Amerika  vielleicht  doch  noch  draußen  zu  halten.  Von  einem  Losbrechen
mit  dem  uneingeschränkten  U.  Boot-Krieg,  ehe  unsere  eigene  Friedensaktion
und  diejenige  Wilsons  nicht  nur  vor  unseren  eigenen  Augen,  sondern
auch  klar  vor  aller  Welt  an  der  Ablehnung  unserer  Feinde  gescheikert
war,  fürchtete  ich  dic  Zerstörung  eines  vielleicht  immer  noch  —  vielleicht
immer  noch!  —  vorhandenen  Restes  der  Möglichkeit  eines  A-Boos-Krieges
ohne  Krieg  mit  Amerika.  Ich  konnte  ferner  in  diesen  Tagen  die  Erwä-#
  nicht  unterdrücken,  daß  ein  solches  vorzeitiges  Losbrechen  den
falschen,  grundfalschen,  aber  in  seiner  Wirkung  auf  die  neutrale  Welt
und  vielleicht  auch  auf  das  eigene  Volk  bedenklichen  Eindruck  erwecken
könnte,  als  sei  unser  Friedensschritt  nicht  ernst  gemeint,  sondern  nur  ein
taktisches  Vorspiel  einer  von  vornherein  gewollten  Eröffnung  des  uneingeschränkten
  U.  Boot  ·  Krieges  gewesen.  Diese  Gefahr  hielt  ich  für  vorliegend,
auch  wenn  der  Eindruck  ein  falscher  war.  —  In  der  Dolitik  hat  man
eben  auch  mit  falschen  Eindrücken  zu  rechnen!  —  Schließlich  erschien  es
mir  nicht  angezeigt,  durch  eine  nach  meiner  Ansicht  durch  die  technische