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Sachlage  nicht  unbedingt  gebotene  Beschleunigung  der  Entscheidung  eine,
wenn  auch  noch  so  schwache  Möglichkeit,  doch  noch  zum  Frieden  zu  kommen,
  in  Frage  zu  stellen.

Sie  können  sich  denken,  wie  bei  jemandem,  der  mitverantwortlich  ist,
sich  jedenfalls  mitverantwortlich  fühlt,  in  solchen  Zeiten,  wo  es  um  das
Schicksal  des  eigenen  Landes,  des  Vaterlandes  geht,  wo  einem  die  Ent
scheidung  über  dieses  Schicksal  klar  vor  Augen  steht,  alle  diese  Erwägun
gen  sich  zusammendrängen.

Ich  habe  mich  bemüht,  Ihnen  die  Gedankengänge  hier  auseinander.
zusetzen,  aus  denen  heraus  ich  nicht  gegen  den  A-Boot-Krieg  an  sich,  sondern
  für  eine  kurze  Vertagung  der  Entscheidung  eintrat.  Daß  der
on4k.  Boot-Krieg  nach  dem  Scheitern  der  Friedens
bemühungen  kommen  müsse,  darüber,  meine  Damen  und
Herren,  war  auch  ich  mir  nicht  im  Zweifel.

Der  Herr  Vorsitzende  hat  neulich  das  Telegramm  verlesen,  das
ich  in  dieser  Frage  am  Vormittag  des  9.  Januar  an  Herrn  v.  Betd.
mann  in  das  Große  Hauptquaxtier  gerichtet  habe.  Ich  „darf  zu  diesem
Telegramm  bemerten:  Zusammen  mit  dem  Staatssekretär  Zimmermann
habe  ich  mit  dem  Kanzler,  ehe  der  Kanzler  am  Abend  des  8.  Januar
abreiste,  die  Situation  lange  und  eingehend  besprochen.  Ich  hatte,  wenn
ich  mich  recht  erinnere,  erst  am  Tage  zuvor  mit  einem  Schreiben  des  Ad
miralskabs,  das  vom  6.  Januar  datiert  ist,  die  Denkschrift  des  Admiral:
stabs  vom  21.  Dezember  bekommen.  Die  Arbeit  auch  für  andere  Dinge
schlug  mir  damals  über  dem  Kopf  zusammen.  Ich  habe  mich  damals.
nachdem  Herr  v.  Bethmann  im  Zuge  saß,  die  Nacht  über  hingesetzt  und
die  Denkschrift  des  Admiralstabs,  die  ich  vorher  nur  hatte  flüchtig  durch.
seden  können,  auf  genaueste  durchstudiert,  und  ich  habe  morgens
  um  4  Uhr  dieses  Telegramm  nach  dieser  Nachtarbeit  geschrieben,
  das  hier  in  den  Akten  sich  befindet  und  hier,  wie  die  Dinge
gelaufen  find,  gegen  mich  angeführt  werden  soll.  In  diesem  Telegramm
ging  ich  auf  die  Hauptpunkte  der  Argumentation  der  Denkschrift  des  Admiralstabs
  vom  12.  Dezember  1916  ein.  Ich  wies  dabei  namentlich
darauf  hin,  daß  zu  Überstürzten  Beschlüssen  keine  Veranlassung  vorliege,
machte  darauf  aufmerksam,  daß  der  Jamtar  und  Februar  aus  natürlichen
Gründen  an  sich  ungünstige  Monate  für  die  britische  Getreideeinfuhr  seien.
Amerikas  Getreidebestände  waren  im  wesentlichen  ausgeschöpft;  die  argen.
linische  Ernte  war  noch  nicht  bereit.  Januar  und  Februar  sind  die  narürliche
  Pause  in  der  Getreidezufuhr.#  Die  Zeit  mußte  also,  soweit  ich
die  Dinge  von  hier  aus  üÜMlbbersehen  Aonmte,  gerade  in  diesen  Monaten
nicht  gegen  uns,  sondern  für  uns  arbeiten  und  von  selbst  bewirken,  daß
die  damals  schon  knappen  Getreidebestände  Englands  sich  noch  weieer  er
beblich  verschlechtern  würden.  Aus  diesen  Gründen  kam  es  mir  auf  einen
kurzen  Aufschub  der  Entscheidung,  an,  bis  in  der  Friedensfrage  nicht  nur
vor  unseren  Augen,  sondern  vor  der  ganzen  Welt  ein  klares  Bild  vor
handen  sei.  Sie  wissen,  daß  die  Entscheidung  am  9.  Januar  1917  im
Großen  Hauptquartier  dahin  gefallen  ist,  daß  nicht  länger  zugewartet  werden
  dürfe  und  zugewartet  werden  könne  daß  der  uneingeschränkte  #-Boot-Krieg
  am  1.  Februar  eröffnet  werden  solle,  und  daß  sofort  alle  Vorbereitungen
  dafür  getroffen  werden  müften.

Die  Gründe  für  diese  Enktscheidung,  Gründe,  die  man
als  schwerwiegender  ansah  als  jeden  Einwand,  der  gegen  diese  Entscheidung
  geltend  gemacht  werden  konnte,  hat  Herr  v.  Bethmann  Hollweg  hier
neulich  ausführlich  auseinandergesegt.  Jch  kann  für  meine  Derson  nur