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restätigen,  daß  er  mir  nach  seiner  Rückkehr  aus  Pleß,  und  zwar  am  Abend
des  12.  Januar,  die  Vorgänge  in  Pleß  genau  ebenso  wie  neulich  hier
im  Untersuchungsausschuß  geschildet  hat,  ebenso  die  Motive,  die  ihn,  den
Kanzler,  bestimmt  haben,  dem  Kaiser  am  Abend  des  9.  bei  der  entscheidenden
  Beratung  zu  sagen,  er  könne  ihm  nicht  empfehlen,  gegen  den  An
trag  der  Obersten  Heeresleitung  und  des  Admiralstabs  zu  entscheiden.

„  Ich  habe  den  Berhandlungen  in  Pleß  nicht  beigewohnt.
Als  mir  am  Vormittag  des  10.  Januar  der  Chef  der  Reichskanzlei,  der
auch  nicht  in  Pleß  gewesen  war,  die  getroffene  Emsscheidung  kurz  mitteilte,
zunächst  ohne  Einzelheiten  —  er  war  ja  dazu  gar  nicht  in  der  Lage  —
ich  kann  Ihnen  nur  sagen,  meine  Damen  und  Herren,  ich  war  aufs
tiefste  erschüttert.  Ich  bielt  die  Entscheidung  in  diesem  Augenblick,  in  dem
die  Friedensfrage  nach  außen  hin  nicht  erledigt  war,  noch  nicht  in  klarerfür
  alle  Welt  ersichtlicher  Weise  genilgend  geklärt  und  abgeschlossen  schien,
für  einen  Fehler,  —  für  einen  Fehler,  der  die  ganze  gute  Wirkung,
die  unser  Friedensangebot  auch  im  Falle  seiner  Ablehnung  ausülben  sollte
und  mußte,  in  ihr  Gegenteil  zu  verwandeln  drohte.

Sie  werden  begreifen,  daß  mein  erster  Gedanke  war,  die  Mitverantwortung
  für  diese  Entscheidung  durch  den  Rücktritt  von
meinem  Amte  mit  aller  Deutlichkeit  abzulehnen,  und  von  diesem
ersten  Eindruck  habe  ich  auch  dem  Chef  der  Reichskanzlei  mit  dem  Ersuchen
  um  tlebermittlung  an  den  Reichskanzler  Kenmnuis  gegeben.

Ich  habe  von  diesem  Entschluß  Abstand  genommen,  nachdem  mir
verr  v.  Bethmann  Hollweg  am  Abend  des  12.  Januar  die  Sachlage,  wie
er  sie  in  Pleß  vorgefunden,  und  den  Gang,  den  die  Dinge  in  Dleß
genommen  hatten,  dargelegt  und  die  am  10.  Dezember  dem  amerikanischen
Betschafter  in  Paris  überreichte  Antwortnote  der  Entente  auf  die  Wilsonsche
  Friedensnote  mitgeteilt  hatte.  Der  Text  dieser  Antwort  ist  am
12.  Januar  hier  eingegangen.  Herr  v.  Bethmann  reichte  sie  mir  entgegen,
  als  ich  bei  ihm  in  das  Zimmer  eintrat.  Das  ist  die  Friedensnete,
  von  der  ich  sagte,  sie  enthält  in  nuce  den  Vertrag  von
Versailles.  Nun  wußte  auch  ich:  es  gibt  keinen  Frieden  ohne  weiteren
  Kampf;  nun  nahm  ich  an,  nicht  nur  das  deutsche  Volk,  sondern  die
ganze  Welt  einschließlich  des  Herrn  Wilson  sieht  nun  ein:  auf  Grund
dieser  Antwort  gibt  es  keinen  Frieden.

Es  gab  nur  eine  Möglichkeit,  an  die  ich  nicht  glaubte  und  die  auch
nicht  ein  eingetreten  ist.  Die  ein  zige  Möglichkeit,  nun  doch
noch  zum  Frieden  zu  kommen,  wäre  gewesen,  daß  der  Dräsident
  Wilson  sich  zu  einem  sofortigen  Einsetzen  des  ftärksten  Drucks  auf
die  Entente  bereit  gefunden  hätte.  Das  ist  nicht  geschehen.  Zunächst  hat
der  räsident  geschwiegen,  und  dann  kam  die  Staatsbotschoft  vom  22.
Jamuar,  die  keine  Zurüchkweisung  war,  sondern  aus  der  man  eher  ein
Gebenlassen,  wenn  nicht  gar  in  gewissem  Umfang  eine  Billigung  der
Enrentebedingungen  herauslesen  mußte.  Ich  hatte  denselben  Cindruck
  wie  denjenigen,  von  dem  neulich  Herr  v.  Bethmann  Hollwegnicht  als  von
seinem  eigenen,  sondern  als  von  dem  des  Herrn  Scheidemann  gesprochen
bat.  Herr  v.  Bethmann  hat  die  Rede  des  Herrn  Scheidemann  zitiert.
Ich  habe  den  Text  nicht  hier;  aber  der  Kern  war  doch  wohl,  daß  vor
uns  selbst  und  vor  aller  Welt  durch  die  Ententeantwort  vom  10.  Januar
der  uneingeschränkte  #-  Boot-  Krieg  herbeigeführt  und  moralisch  gerechtfertigt
worden  sei.  Es  bestand  immerhin  eine  entfernte  Möghlichkeit,  daß  dieser
rlimstand  sogar  auf  das  amerikanische  Verhalten  gegenüber  dem  U-.Boot=Krieg
  nicht  ganz  ohne  Einfluß  bleiben  wülrde.