Das  wor  die  Situation,  meine  Herren,  in  der  ich  mir  die  Frage
vorzulegen  hatte,  ob  ich  durch  das  Bestehen  auf  meinem  Rücktritt  die
Hand  dazu  geben  sollte,  den  #.  Boot-Krieg  —  den  beschlossenen
1-Boot-Krieg!  —,  noch  ehe  mit  unseren  Bundesgenossen  darüber  gesprochen
  war,  noch  ehe  unsere  Bundesgenossen  für  den  Anschluß  gewonnen
waren  und  noch  ehe  der  #.  Boot-Krieg  begonnen  hatte,  —  ob  ich  es  vor
mir  selbst  verantworten  konnte,  in  den  Augen  unseres  eigenen  PVolkes,
unserer  Bundesgenossen  und  unserer  Feinde,  diesen  A-Boot-Krieg  durch
eine  Demonstration  zu  diskreditieren,  die  im  übrigen  ganz  nugtlos  gewesen
wäre.  Ich  wäre  mir  als  ein  Verbrecher  vorgekommen,  wenn  ich  so  gehandelt
  hätte.  Ich  hätte  durch  ein  solches  Verhalten  die  gleiche  untragbare
  Schuld  auf  mich  geladen,  wie  ich  sie  neidlos  den  Männeen  üÜberlasse,
  die  im  Juli  1917  hier  in  diesem  Salale  dem
1u-Boot-Krieg  in  den  Rücken  gefallen  sind.
(Lebhafte  Bewegung.  —  Unruhe  bei  den  Ausschußmitgliedern.)
Wir  waren  im  Kriege,  wir  kämpften  um  unser  Leben!  Sollte  ich  das
Beispiel  zu  der  ODisziplinlosigkeit  geben,  an  der  wir  schließlich  zugrunde
gegangen  sind?

Die  Entscheidung  stand  fest,  sie  war,  wie  die  Dinge  lagen,  nicht  mehr
um  zustoßen.  Ich  selbst  hätte,  so  schwer  ich  auch  jetzt  noch  die  kaum  abzuwendende
  Gefahr  des  Krieges  mit  Amerika  einschätte,  angesichts  des
Scheiterns  der  Friedensbemühungen  und  angesichts  der  Erklärungen  unserer
  Feldherren  über  die  militärische  Zwangslage  eine  Möglichkeit  der
Vermeidung  des  #.Boot-Krieges  nicht  mehr  sehen  können.  Nachdem  die
Entente  nicht  nur  gegenüber  uns,  sondern  auch  gegenüber  dem  Dräsien.
ten  Wilson  erklärt  hatte,  daß  sie  auf  ihrem  Wernichturgswillen  bestehe,
nachdem  auf  Grund  aller  bisherigen  Erfahrungen  auf  einen  Druck  des
Dräsidenten  Wilson  auf  die  Entente  nicht  mehr  gerechnet  werden  konnte,
da  hatten  wir  nur  die  Wahl,  uns  schmählich  zu  unterwerfen  oder  das
letzte  zu  wagen,  und  da.  meine  Damen  und  Herren,  bielt  ich  es  mit
Friedrich  Wilhelm  III.,  der  in  dem  Aufruf  an  sein
Volk  vom  17.  März  1813  gesagt  hat:

„Keinen  anderen  Ausweg  gibt  es,  als  einen  ehrenvollen  Frieden  oder

einen  runvollen  ngang,  Auch  diesen  würdet  ihr  getrost  entgegensehen,

  weil  ehrlos  der  Preuße  und  der  Deutsche  nicht  zu  leben  vermag.“

  .

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und  so  schätze  ich  trotz  allem,  was  inzwischen  vorgekommen  ist,  das  deut
sche  Volk  auch  heute  noch  ein.

Ich  möchte  hier  eine  Feststellung  einschalten.  Ich  wünsche  in  keiner
Weise  mich  darauf  zu  berufen,  weder  hier  noch  vor  irgendeiner  anderen
Instanz,  daß  ich  am  9.  Januar  bei  der  Entscheidung  Über  den  #2##-Boot-Krieg
  nicht  mitgewirkt,  ja  daß  ich  noch  am  9.  Januar  der  Entscheidung
in  diesem  Augenblick  durch  das  bekannte  Telegramm  widerraten  habe.
Ich  bin  der  Entscheidung  am  12.  Januar  beigetreten.  Ich  habe  dadurch
die  moralische  Mitverantwortung  für  diese  Entschei
  dung  übernommen.  Ich  habe  in  den  folgenden  Wochen  und  Monaten
  die  Entscheidung  vor  dem  Bundesratsausschuß  für  auswärtige  Angelegenheiten,
  vor  dem  Hauptausschuß  des  Reichstags  und  vor  der  Oeffentlichkeit
  vertreten  helfen.  Ich  habe  dadurch  auch  die  politische  Mitverant.
wertlichkeit  übernommen.  Ich  bekenne  mich  zu  dieser  Verantwortlichkeit,
und  ich  stehe  für  sie  ein.  —  Das  moöchte  ich  hier  feststellen.

Wenn  irgend  etwas  nach  dem  12.  Januar  geeignet  war,  mich  in