Lansing:  die  Entonte  macht  vielleicht  einen  Bluff,  schlagt  doch  auch  ganz
gehörig  auf!  Ich  hatte  den  Eindruck,  daß  dieser  Rat  auch  hier  von  dem
einen  oder  anderen  Herrn  klug  gesunden  worden  ist.  Aber  stellen  Sie  sich
nur  vor,  wenn  wir  in  dieser  Situation  gesagt  hätten:  wir  wollen  Bel.
gien  und  Nordfrankreich  annektierenn  Dann  hätten  wir  das  Spiel  Englands
  und  vielleicht  auch  des  Präsidenten  Wilson  gespielt.  Das  haben
wir  nicht  getan,  wir  haben  nicht  aufgeschlagen.  Ich  will  nicht  sagen,  daß
wir  das  letzte  Wort  gesprochen  haben,  aber  es  war  ein  Wort,  über  das
veredet  werden  konnte.  Aeber  den  Vorschlag  der  Entente  konnte  nicht
geredet  werden.

Wir  haben  weiter  in  unser  Antwort  uns  bvereit  erklärt,  den  U  Boot—
Krieg  einzustellen,  sobald  dem  neuen  Versuche  des  Herrn  Wilse  den
Frieden  herbeizuführen,  ein  Erfolg  gesichert  sei.  So  ungefähr  bieß  es  doch
wohl  in  unserm  Telegramm  vom  29.  Januar  1917.

Ja,  sagt  Herr  Drofessor  Bonn,  wenn  wir  gesagt  hätten:  wir
können  die  U-Boote  jetzt  im  Augenblick  nicht  zurückrufen,  es  kann  infolgedessen
  vorkommen,  daß  einige  amerikanische  Schiffe  versenkt  werden;  also
seid  uns  nicht  böse,  wir  werden  die  U.Boote  sobald  wie  möglich  zurückrufen,
  und  dann  seid  so  gut  und  macht  Frieden,  —  dann  hätte  Wilson,
wie  Herr  Drofessor  Bonn  meint  und  wie  Graf  Bernstorff  bestätigt  hat,
seine  Friedensvermittlung  fortgesetzt.  Selbstverständlich  nimmt  Herr  DProsessor
  Bonn  an,  daß  es  so  gewesen  wäre,  und  selbstverständlich  nimmt
Herr  Graf  Bernstorff  auch  an,  daß  es  so  gewesen  wäre.  Nun  lassen  Sie
mich  auch  einmal  eine  Frage  stellen:  Wenn  es  dem  Dräsidenten  Wilson
Ernst  mit  dem  Frieden  war,  konnte  er  auf  diese  Eröffnung  von  unserer
Seite  nicht  sagen:  ich  begreife,  daß  ihr  nicht  sofort  alle  A-  Boote  zurück.
rufen  könnt,  und  daß  in  der  nächsten  Zeit  durch  U.  Boote  noch  PVersenkun.
gen  vorkommen  werden,  daraus  will  ich  euch  also  keinen  Strick  drehen;
aber  gebt  wenigstens  die  Erklärung  ab,  daß  ihr  jetzt  gleich,  und  nicht  erst
dam  den  K-Boot.Krieg  einstellen  werdet,  wenn  der  Erfolg  gesichert  ist.
sondern  wenn  ich  euch  jetzt  verspreche:  ich  werde  den  nötigen  Druck  zu.
gunsten  eines  annehmbaren  Friedens  auf  den  anderen  ausüben.  Das  wäre
kein  großer  Schritt  gewesen,  und  ich  glaube,  jeder,  dem  das  Telegramm
bekanne  war,  wie  es  dem  Präsidenten  Wilson  durch  den  Oberst  House
miegeteilt  wurde,  und  dem  die  Sache  des  Friedens  wirklich  ernst  am
Herzen  lag,  der  hätte  wohl  diesen  kleinen  weiteren  Schritt  tun  müssen.

Aber  was  tat  der  Dräsident  Wilson!

Da  müssen  Sie  den  Herrn  Grafen  Bernstorff  fragen.  Eine  Antwort
  hat  er  überhaupt  nicht  gegeben,  er  hat  einfach  die  Beziehungen
abgebrochen,  und  in  all  der  Zeit  nachher,  in  der  in  der  Welt  über
unsere  angeblich  Übertriebenen  Kriegsziele  gesprochen  worden  ist,  hat  der
Präsident  Wilson  die  Bedingungen,  die  ihm  von  uns  mitgeteilt  worden
waren  und  die  so  maßvoll  waren,  so  ganz  für  sich  behalten,  daß  kein
Mensch  und  keine  Seele  etwas  davon  erfahren  hat.  Wir  blieben  die
„Kriegsverlängerer",  wir  blieben  die  „Welteroberer“.

Ich  möchte  nun  ausdrücklich  feststellen,  daß  sowohl  das  am  2..
Januar  eingegangene  Telegramm  des  Grafen  v.  Bernsorsf,  wie  auch
unsere  Antwort  den  Mitgliedern  des  Hauptausschusses
des  KReichstages  in  der  geheimen  Sitzung  vom  31.  Januar  im
vollen  Wortlaute  mitgeteilt  worden  ist.  Ich  möchte  meiter  fektstellen,  daß
die  große  Mehrheit  sich  mit  der  Behandlung  der  Angelegenheit  durch  die
politische  Leitung  einverstanden  erklärt  hat,  mit  der  Einschränkung,  daß
die  Sprecher  der  meisten,  Parteien  den  Wunsch  ausdrückten,  der  Herr