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Reichskanzler  möchte,  wenn  es  nun  doch  noch  auf  Grund  unscres  Telezramms
  zu  Friedensverhandlungen  kommen  sollte,  die  jedermann  wünschte,
sich  nicht  streng  an  die  dem  Grafen  Bernstorff  skizzierten  mäßigen  Bedingungen
  für  gebunden  halten.  Das  stelle  ich  fest;  denn  das  ist,  wie  mir
scheint,  von  grundlegender  Wichtigkeit  für  die  Behandlung  der  ganzen  Angelegenheit
  hier  in  diesem  Ausschuß.

Aber,  meine  Damen  und  Herren,  ich  kann  an  dieser  Tatsache  nicht
vorbeigehen,  ohne  eine  Bemerkung  an  sie  zu  knüpfen,  die  sich  an  der
Reichsminister  Dr.  David  richtet,  der  wohl  anwesend  ist.  Der
Herr  Reichsminister  Dr.  David  hat  nach  dem  „Vorwärts“,  der  wohl
authemisch  in  diesem  Falle  berichtet,  am  letzten  Sonntag  in  einer  sozialdemokratischen
  Versammlung  behauptet,  daß  nach  den  letzten  Feßkstellungen
—  gemeint  ist  dieser  Antersuchungsausschuf  —  das  deutsche  Volk
in  der  A.  Boot-Frage  und  hinsichtlich  der  Verhandlungen  mit  Wilson
pinters  Licht  geführt  worden  ist;  er  hat  hi##ugefügt:  „während
man  Wilson  gegenüber  den  plumpen  WVersuch  machte,  ihn  zu  betrügen,  hat
man  dem  deutschen  Volke  die  Schwere  des  U-Boot.-Krieges  verschwiegen.“
Ich  glaube,  die  bisherigen  Bekundungen  haben  keinerlei  Anlaß  für  die
Behauptung  der  Herrn  Dr.  David  gegeben.  Daß  der  Reichstag  Über
den  U.  Boot  ·  Krieg  und  die  Verhandlungen  mit  Wilson  hinters  Licht  ge.
führt  worden  sei,  diese  Behauptung  wird  durch  die  nenlich  von  Herrn
v.  Bethmann  Hollweg  gemachten  und  heute  von  mir  wiederholten  Feststellungen
  doch  wohl  erledigt.  Konnte  man  dem  Reichstag  über  die
amerikanische  Gefahr  klareren  Wein  einschenken,  als  es  von  mir  geschehen
ist  zu  der  Zeit,  ehe  der  Reichstag  selbst  die  Entscheidung  aus  der  Hand
gegeben  hatte?

nd  nun  der  plumpe  Betrug  an  Wilson  aus  dem
Munde  eines  deutschen  Reichsministers!  Ich  babe  diese  Dinge  hier  über.
sichtlich  und  wohl  auch  lückenlos  vorgetragen.  Wo  ist  da  auf  unserer  Sette
auch  nur  der  Anlauf,  auch  nur  der  schüchternste  Versuch,  auch  der  lelseste
Anschein  zu  einem  betrügerischen  Versuch:  Der  Herr  Reichsminister  Dr.
David  nehme  das  Zeugnis  des  amerikanischen  Botschafters  Gerard  zur
Hand.  Herr  Gerard  schreibt  in  seinem  Buch,  das  wohl  auch  Herr  Dr.
David  kennt,  über  den  Chef  der  damaligen  Reichsleitung,  die  den  plumpen
  Betrugsversuch  gemacht  haben  soll,  folgendes:

Es  wäre  leichter  für  Deutschland  gewesen,  zum  Frieden  zu  kommen

mit  Bethmann  an  der  Spitze,  denn  die  ganze  Welt  kennt  und  achtet

ihn  wegen  seiner  Ehrenhaftigkeit.
So  der  amerikanische  Botschafterl  —  und  so  ein  deutscher  Reichsminister!
(Bewegung  und  Zwischenrufe.)

Zur  Sache  zurückkommend,  möchte  ich  meine.  Meinung  dahin  auesprechen,
  daß  auch  ohne  die  Eröffnung  des  ameingeschränken  U  Boot·  Krie.
ges  der  neue  Fvriedensschritt  Wilsons  nicht  nur  zu  keinem
für  uns  annehmbaren  Frieden,  sondern  aller  Wahrscheinlichkeit  nach  zu
einer  kritischen  Zuspitzung  unseres  Verhältnisses  zu  Amerika  geführt  hätte.
Nur  wenn  der  Dräsident  Wilson  bereit  gewesen  wäre,  mit  dem  ganzen
Schwergewicht  der  amerikanischen  Macht  auf  die  Enkente  zu  drücken,  um
sie  zu  einer  völligen  Sinnesänderung  zu  zwingen,  und  nur  wenn  er  bei
einem  solchen  Vorgehen  die  Unterstützung  des  amerikanischen  Volles  und
seiner  Vertreter  gefunden  hätte,  wäre  Aussicht  gewesen,  zum  Frieden  zu
kommen.  —  Glaubt  heute  noch  irgend  jemand,  daß  Herr  Wilson  zu
einem  solchen  Druck  auf  die  Entente  bereit  gewesen  wäre?  Glaubt  das
heute  noch  irgend  jemand,  trotzddem  er  unseren  Friedensvorschlag  in  selner