werden.  Das  Flagellantentum,  die  Selbsterniedrigung  ist  ja  zur  deutschen
Krankheit  geworden.

Ich  habe  nun  die  Frage  des  Herrn  Vorsitzenden  nach  den  tartsäch
lichen  Wirkungen  des  #.Boot-Krieges  zu  beantworten

Die  Antwort  ist  nicht  leicht.  Das  Ende  sehen  wir  ja  alle;  aber
darum  bandelt  es  sich  nicht,  sondern  darum,  wie  es  zu  diesem  Ende  gekommen
  ist.  Da  gehen  technische,  wirtschaftliche,  militärische  und  volitische
  Wirkungen,  technische,  wirtschaftliche,  militärische  und  politische  Gegenwirkungen
  sowohl  auf  unserer  Seite  wie  auf  der  Seite  unserer  Feinde
durcheinander.  Das  schließliche  Resultat,  das  wir  alle  erlebt  haben,  ist
nur  das  Ergebnis  dieser  komplizierten  Kräfte.

Eine  andere  Schwierigkeit  ist,  daß  wir  auch  heute  noch  in  manchen
Dunkten  die  Situation,  wie  sie  sich  bei  unseren  Feinden  gestaltet  hat,
nicht  klar  übersehen.  Die  englische  Statistik,  die  englischen  Veröffentlichungen
  Über  alle  wirtschaftlichen  Dinge  waren  ausgezeichnet  und  lückenlos  bis
zum  Beginn  des  #--Boot--Krieges.  Dann  wurden  sie  in  allen  interessanten
Dunkten  eingestellt,  und  es  ist  mir  bisher  nicht  gelungen,  nachträglich  eine
velle  Aufhellung  dieser  Dinge  herbeizuführen.

Schon  hinsichtlich  der  Versenkungen,  also  hinsichtlich  der  rein
technischen  Wirlungen,  sind  ja  Zweifel  an  der  Richtigkeit  der  von  unserer
Admiralität  veröffenklichten  Zahlen  geltend  gemacht  worden.  Der  Herr
Abgeordnete  Geoehe  in  hat  neulich  den  Zahlen  des  Admiralstabs  die  von
der  britischen  Admiralität  veröffenklichten  Zahlen  gegenübergestellt.  Ich
habe  einen  Auszug  aus  der  PVeröffentlichung  des  britischen  Admiralstabs
hier,  und  ich  stelle  aus  diesem  Auszug  folgendes  fest  —  es  handelt  sich
nur  um  britische  Schiffe,  nicht  um  neutrale  Schiffe  —:

Verloren  wurden  während  des  Krieges  an  britischen  Handelsschiffen

—  einschließlich  Fischerfahrzeugen,  die  aber  keine  große  Nolle  spielten:

  7  831  000  Tonnen,  beschädigt  wurden  an  Handelsschiffen  8  008  000

Tonnen,  zusammen  rund  15  839  000  Tonnen.

Also  15  839  000  Tonnen  verlorene  und  beschädigte  Schiffe  auf  eine  Tonnage
  Englande,  die  zu  Anfang  des  Krieges  rund  20  Millionen  Tonmen
stark  war!  Der  Herr  Abgeordnete  Gothein  hat  neulich,  wenn  ich  recht
gehört  habe,  darauf  aufmerksam  gemacht,  es  sei  unverhältnismäßtg  viel
Tennage  des2  Minen  verloren  gegangen.  Wenn  ich  recht  gehört  habe,
nahm  er  an,  es  sei  der  größere  Teil  durch  Minen  verloren  gegangen.
(Abgeordneter  Gotbein:  Das  war  ein  Irrtum!)  —  Das  war  in  der  Tat
ein  Irrtum.  Werloren  gegangen  sind  durch  Minen  673  000  Tonnen,  durch
U  Boote  6  635  000  Tonnen,  also  zehnmal  so  viel:;  beschädigt  worden  sind
durch  Minen  432  000  Tonnen,  durch  U  Bovte  7  335  000  Tonnen,  also
wanzigmal  so  viel.

Wenn  ich  nun  die  Veröffentelichungen  unseres  Admiralstabs
  vornebme,  so  errechne  ich  mir  insgesamt  auf  die  Welttonnage,
  nicht  auf  die  britische,  rand  19  Millionen  Tonnen  Versenkungen.

JIch  weiß  nicht,  ob  das  so  stimmt.  Ich  habe  mich  bemüht,  die  Einzelzahlen,
  die  zu  meiner  Kenntnis  gekommen  sind,  aufzuaddieren.  —  Davon
kemmen  5  Millionen  Tonnen  auf  die  Zeit  vor  dem  1.  Februar  191“
und  14  Millionen  Tonnen  auf  die  Zeit  nach  dem  1.  Februar  1917.  Was
speziell  an  englischen  Schiffen  versenkt  worden  ist,  ist  nur  zeitweise  veröffenrlicht
  worden;  wenn  ich  das  sich  danach  ergebende  Verhältnis  als  all.
gemeinen  Maßstab  zugrunde  lege,  so  würde  ich  nach  diesen  Angaben  auf
eine  englische  Versenkungsziffer  von  11  bis  13  Millionen  Tonnen  kommen
gegenitber  7  bis  &amp;  Millionen  Tonnen  Versenkung  und  15.8  Millionen