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Herrgottschäfchen,  flieg  aus,
flieg  in  dein  Vaterhaus,
bring  mir  ein  Stückchen  Kuchen  mit,
bring  auch  gutes  Wetter  mit.
Ich  sag's  ihm  noch  zweimal.  Ich  schwinge  die  Hand  in  die
Höhe.  Ach,  so  ist  das  gemeint!  denkt  mein  Käferchen,  und  —  fort
ist  es.

2.

In  der  blauen  Luft  fliegen  kleine  Tiere  auf  und  nieder,  hin
und  her,  kreuz  und  quer.  Mücken  sind's,  ein  ganzer  Schwarm.  Sie
spielen  im  warmen  Sonnenscheine.  Alles  fliegt  durcheinander,  und
doch  rennt  kein  Tierchen  mit  dem  andern  zusammen.  Ich  gehe  auf
den  Schwarm  zu.  Da  weichen  sie  alle  wie  auf  ein  gegebenes
Zeichen  zurück.  Nicht  eine  läßt  sich  erwischen.

Da  liegen  kleine,  trockne  Erdhaufen.  Die  andere  Erde  gleich
daneben  ist  noch  feucht.  In  der  Mitte  des  Haufens  ist  ein  Löchelchen,
daraus  kriechen  rote  Ameisen  hervor.  Das  ist  gewiß  ihr  erster
Spaziergang.  Aber  sie  wagen  sich  nicht  weit  weg.  Sie  gehen  bloß
hin  und  her.  Sie  legen  einen  Weg  an,  das  sehe  ich  ganz  deutlich;
denn  die  Erde  ist  schön  glatt  getreten.  Die  beiden  Tierchen  hier
räumen  ein  Strohhälmchen  beiseite.  Hier  ist  schon  ein  Stückchen
Straße  fertig.

Auf  dem  roten  Ziegelsteine  sitzt  eine  Fliege  und  wärmt  sich.
Ich  komme  ihr  ganz  nahe,  sie  bleibt  sitzen.  Ich  kann  sie  antupfen.
Sie  schläft  wohl  noch.  Auf  einmal  fährt  sie  auf.  Sie  ist  aufgewacht.
  Summ  —  auf  und  davon!  Drüben  auf  die  warme
Steinplatte  setzt  sie  sich.  Nun  hab'  ich  das  Nachsehen.

Im  Sonnenscheine  flattert  etwas  Braunes.  Papier  kann  es
nicht  sein!  Es  setzt  sich  an  die  Hauswand.  Ein  Schwmetterling  ist
es.  Er  klappt  seine  Flügel  auf  und  zu  wie  ein  Paar  Buchdeckel.
O,  die  schönen,  blauen  Flecken  auf  den  Flügeln!  Jetzt  läßt  er  sie
sehen,  jetzt  versteckt  er  sie  wieder!  Der  Schelm  will  sich  mit  mir  necken.

Er  läßt  sich  von  der  Sonne  bescheinen.  Die  Wärme  behagt
ihm  auch.  Ob  er  sich  fangen  läßt?  Leise,  leise  gehe  ich  auf  ihn
zu.  Er  merkt's  doch,  immer  dreht  er  sich  so,  daß  er  mich  sehen
kann.  Aber  warte,  jetzt  paßt  du  nicht  auf!  Gleich  .  werde
ich  ..  .  dich  .  .  .  ha  .  ..  Pah,  ehe  ich  meine  Hand  nach  ihm  ausstrecke,
  schwebt  der  Schlingel  lustig  dahin,  mir  ganz  nahe  an  der
Nase  vorüber  wie  zum  Spotte!