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Sommer  sah  ich  welche  im  Steinbruche  hinter  der  Baumwiese,  die
huschten  freilich  flink  über  die  Steine  hin.  Diese  hier  ist  ganz
ungelenk.  Hier  im  Sande  ist  ein  Loch,  darin  wird  sie  gesteckt
haben.  Und  nun  hat  sie  sich  herausgepaddelt.

Nachmittags  sehe  ich  mich  noch  einmal  im  Garten  um.  Die
Kröte  ist  nicht  zu  sehen,  die  Eidechse  ist  verschwunden,  die  Ameisen
haben  ihre  Straße  über  das  ganze  Beet  weggebaut.  Der  Igel
liegt  wie  tot  im  Laube.

Aber  abends  trat  er  seine  Rundreise  an  und  schnüffelte  an  der
Stalltür  herum,  und  an  demselben  Abende  zeigte  mir  mein  Vater
eine  Fledermaus,  die  erste  in  diesem  Jahre.  Heinrich  Bohne.

30.  Schnee  im  Frühlinge.

„Steht  schnell  auf,  Kinder,  und  kommt  in  den  Garten!“  riefen
eines  Morgens  die  Eltern,  „es  hat  wieder  geschneit,  alle  Bäume
sind  weiß  geworden,  das  müßt  ihr  sehen.“

Die  Kinder  sprangen  auf,  zogen  ihre  Jacken  und  Röckchen  an,
aber  sie  lachten  und  sagten  heimlich  zueinander:  „Vater  und  Mutter
wollen  sich  einen  Spaß  mit  uns  machen;  es  ist  ja  Frühling  und  so
warm  draußen,  da  schneit  es  nicht  mehr."“

Als  sie  aber  fertig  waren  und  mit  den  Eltern  in  den  Garten
hinausgingen  —  was  war  das!  —  Ja,  da  standen  wirklich  alle
Kirschbäume,  große  und  kleine,  schneeweiß  da  und  glänzten  wie
Silber  im  Sonnenscheine.

„O,  wie  schön  das  aussieht!“  riefen  sie  alle.  Aber  Schnee
war  es  nicht,  die  Eltern  hatten  wirklich  nur  gescherzt;  Blüten  waren
es,  tausend  und  vielmal  tausend  kleine,  weiße  Blüten  an  den  Zweigen.
Ein  warmer  Regen  gestern  abend  hatte  die  braunen  Knospen  geöffnet;
da  hatten  sie  sich  still  in  der  Nacht  auseinandergefaltet,  die  kleinen
zarten  Blumensternchen,  und  als  nun  der  Morgen  kam  mit  dem
goldenen  Sonnenscheine,  standen  die  Bäume  in  ihrer  vollen  Frühlingspracht
  da.

„Seht,  ihr  Kinder,  das  ist  Frühlingsschnee!“  sagte  der  Vater.
Die  Mutter  aber  rief:  „Und  nun  tragt  den  Tisch  heraus  und  die

Stühle,  Kinder,  wir  wollen  unter  den  Blütenbäumen  Kaffee  trinken!“
Deutsche  Jugend.