26

x33.  Mein  Blümchen.

1.  Ward  ein  Blümchen  mir  geschenket,
hab's  gepflanzt  und  hab's  getränket;
Vögel,  kommt  und  gebet  acht:

gelt,  ich  hab  es  recht  gemacht?

2.  Sonne,  laß  mein  Blümchen  sprießen!
Wolke,  komm,  es  zu  begießen!

Richt'  empor  dein  Angesicht,

liebes  Blümchen,  fürcht'  dich  nicht!

3.  Und  ich  kann  es  kaum  erwarten,
täglich  geh  ich  in  den  Garten,
täglich  frag'  ich:  „Blümchen,  sprich,
Blünchen,  bist  du  bös  auf  mich?“
4.  Sonne  ließ  mein  Blünchen  sprießen,
Wolke  kam,  es  zu  begießen;

jedes  hat  sich  brav  bemüht,

und  mein  liebes  Blümchen  blüht.

5.  Wie's  vor  lauter  Freuden  weinet,
freut  sich,  daß  die  Sonne  scheinet!
Schmetterlinge,  fliegt  herbei,

sagt  ihm  doch,  wie  schön  es  sei!

August  Hoffmann  von  Fallersleben.

„34.  Die  Blumen.

1.  Wer  hat  die  Blumen  nur  erdacht,
wer  hat  sie  so  schön  gemacht,
gelb  und  rot  und  weiß  und  blau,
daß  ich  meine  Lust  dran  schau?

2.  Wer  hat  im  Garten  und  im  Feld
sie  so  auf  einmal  hingestellt?
Erst  war's  doch  so  hart  und  kahl,
blüht  nun  alles  auf  einmal.

3.  Wer  ist's,  der  ihnen  allen  schafft
in  den  Wurzeln  frischen  Saft,
gießt  den  Morgentau  hinein,
schickt  den  hellen  Sonnenschein?