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Apfelbaum  sagte:  „Nein,  ihr  kommt  zu  früh  zu  mir;  meine  Blüten
stecken  noch  in  der  Knospe,  und  sonst  habe  ich  nichts.  Geht  hin  zu
der  Kirsche!“  Da  flogen  sie  zu  dem  Kirschbaume  und  sagten:
„Lieber  Kirschbaum,  hast  du  keine  Blüten  für  uns  hungrige  Bienen?“
Der  Kirschbaum  antwortete:  „Kommt  morgen  wieder,  heute  sind
meine  Blüten  noch  alle  geschlossen!  Wenn  sie  offen  sind,  sollt
ihr  willkommen  sein.“  Da  flogen  sie  zu  der  Tulpe,  die  hatte  zwar
eine  große,  farbige  Blume,  aber  es  war  weder  Wohlgeruch  noch
Süßigkeit  darin;  die  Bienchen  konnten  keinen  Honig  darin  finden.
Da  wollten  sie  schon  wieder  traurig  und  hungrig  nach  Hause  zurückkehren,
  als  sie  ein  dunkelblaues  Blümchen  an  der  Hecke  stehen  sahen.
Es  war  das  Veilchen,  das  wartete  ganz  bescheiden,  bis  die  Bienchen
kamen;  dann  aber  öffnete  es  ihnen  seinen  Kelch,  der  war  voll  Wohlgeruch
  und  voll  Süßigkeit,  und  die  Bienchen  sättigten  sich  und
brachten  noch  Honig  mit  nach  Hause.

Wilhelm  Curtman.

37.  Frau  Schwalbe.

1.  Frau  Schwalbe  ist  ’'ne  Schwätzerin,
sie  schwatzt  den  ganzen  Tag,
sie  plaudert  mit  der  Nachbarin,
so  viel  sie  plaudern  mag.
Das  zwitschert,  das  zwatschert
den  lieben  langen  Tag!

2.  Sie  schwatzt  von  ihren  Eiern  viel,
von  ihren  Kindern  klein,
und  wenn  sie  niemand  hören  will,
schwatzt  sie  für  sich  allein.
Das  zwitschert,  das  zwatschert
und  kann  nicht  stille  sein!

3.  Hält  sie  im  Herbst  Gesellschaft  gar
auf  jenem  Dache  dort,
so  schwatzen  die  Frau  Schwalben  all'
erst  recht  in  einem  fort.
Das  zwitschert,  das  zwatschert,
und  man  versteht  kein  Wort.
Georg  Christian  Dieffenbach.