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5.  Herr  Frosch,  nur  zugesungen!
Er  ist  ein  lust'ger  Mann;
im  Lenz  muß  alles  singen,
so  gut  es  singen  kann.

Duak,  quak!

Georg  Christian  Dieffenbach.

44.  Vom  Bäumlein,  das  andere  Blättlein  hat  gewollt.

1.

Es  ist  ein  Bäumlein  gestanden  im  Wald  in  gutem  und  schlechtem
Wetter;  das  hat  von  unten  bis  oben  halt  nur  Nadeln  gehabt  statt
Blätter;  die  Nadeln,  die  haben  gestochen,  das  Bäumlein,  das  hat
gesprochen:

„Alle  meine  Kameraden  haben  schöne  Blätter  an,  und  ich  habe
nur  Nadeln,  niemand  rührt  mich  an;  dürft'  ich  wünschen,  wie  ich
wollt',  wünscht'  ich  mir  Blätter  von  lauter  Gold.“

2.

Wie's  Nacht  ist,  schläft  das  Bäumlein  ein,  und  früh  ist's
wieder  aufgewacht;  da  hat  es  goldene  Blätter  fein;  das  war  eine
Pracht!  Das  Bäumlein  spricht:  „Nun  bin  ich  stolz;  goldene  Blätter
hat  kein  Baum  im  Holz.“

Aber  wie  es  Abend  ward,  ging  der  Jude  durch  den  Wald  mit
großem  Sack  und  langem  Bart;  der  sieht  die  goldnen  Blätter  bald;
er  steckt  sie  ein,  geht  eilends  fort  und  läßt  das  leere  Bäumlein  dort.

Das  Bäumlein  spricht  mit  Grämen:  „Die  goldnen  Blätter
dauern  mich,  ich  muß  vor  den  andern  mich  schämen,  sie  tragen  so
schönes  Laub  an  sich;  dürft'  ich  mir  wünschen  noch  etwas,  so  wünscht'
ich  mir  Blätter  von  hellem  Glas.“

—.

Da  schlief  das  Bäumlein  wieder  ein,  und  früh  ist's  wieder
aufgewacht;  da  hat  es  gläserne  Blätter  fein;  das  war  eine  Pracht!
Das  Bäumlein  spricht:  „Nun  bin  ich  froh;  kein  Baum  im  Walde
glitzert  so."

Da  kam  ein  großer  Wirbelwind  mit  einem  argen  Wetter,  der
fährt  durch  alle  Bäume  geschwind  und  kommt  an  die  gläsernen
Blätter;  da  lagen  die  Blätter  von  Glase  zerbrochen  in  dem  Grase.