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sitz.  Die  Näpfchen  sind  sauber  gehalten.  Das  Futter  darin
ist  gut  und  reichlich,  und  das  Trinkwasser  ist  frisch  und  klar.  Auf
dem  Boden  liegt  feiner  Sand.  Da  kann  das  Vögelchen  nach
Herzenslust  herumtrippeln  und  die  Sandkörnchen  aufpicken.

Jeden  Morgen  wird  ein  Schüsselchen  mit  Wasser  zum  Baden
in  den  Käfig  gestellt.  Baden  ist  Hänschens  größtes  Vergnügen.
Wie  spritzen  da  die  Tropfen  nach  allen  Seiten!  Ganz  zerzaust  sitzt
es  nachher  auf  der  Stange.  Aber  das  Schnäbelchen  glättet  bald
die  Federn,  und  die  Sonne  trocknet  sie.  Wie  Gold  glänzt  nun  das
Federkleid.

Gelt,  Hänschen,  bei  einer  so  guten  Pflege  kann  man  fröhlich
sein!  Singe  nur  recht  fleißig,  damit  die  Menschen  sehen,  wie
dankbar  du  kleines  Tierchen  bistl!  Alice  Osterheld.

66.  Die  Sperlinge.

Was  ist  das  für  ein  Lärm  da  draußen?  Die  Sperlinge  sind
wahrhaftig  die  Gassenjungen  unter  den  Vögeln!  Da  wollen  sie  ein
Spiel  beginnen  und  können  vor  Streit  nicht  dazu  kommen.  Jetzt
hat  gar  einer  einen  Maikäfer  im  Schnabel,  von  dem  er  wohl  etwas
abgeben  könnte.  „Gib!  gib!"“  ruft  jeder  der  genäschigen  Bürschlein,
und  der  Schwarm  fliegt  vom  Dache  in  die  Linde,  von  der  Linde
auf  die  Straße  und  balgt  sich  und  jubelt.  Da  kommt  ein  Mensch
durch  die  Straße.  Jeder  Mensch  ist  für  den  Spatz  ein  Polizeidiener.
  „Flieht!  flieht!“  schreit  es  wie  aus  einem  Schnabel;  sie
fliegen  auf  das  Dach,  gucken  hernieder  und  höhnen:  „Atsch  ütsch!
Atsch  ütsch!“

Im  großen  Gutshofe  muß  etwas  Besonderes  vor  sich  gehen.
Es  zirpt  ein  Spatz  die  Kameraden  herbei:  „Fritz!  Lips!  Ein  Witz!“
—  „Was  gibt's?  —  „Sie  füttern's  Vieh!"

Der  Schwarm  fliegt  in  den  Gutshof,  wo  das  Futter  für  das
Federvieh  gestreut  ist.  Zwar  die  Tauben  murren  neidisch:  „Fort!
fort!“  Die  Enten  schnattern:  „Ihr  gehört  nicht  daher.“  Die  Gans
schreit:  „Ganz  und  gar  nicht!“  Die  Henne  stottert:  „Ge-ge-geh  da
weg!“  Und  der  Truthahn  poltert  zornig:  „Oder-oder  ich  hau'  dir
was.“  Aber  das  macht  Spätzlein  gar  nicht  irre;  sie  lachen  das
Hoffedervieh  aus,  haschen  ihm  manch  gelbes  Körnchen  vor  dem
Schnabel  weg  und  rufen  noch:  „Filz!  Filz!“  und  „Dieb!  Dieb!“
Wahre  Gassenjungen!  H.  Jäde.