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Nach  kurzer  Zeit  saß  uns're  Taube  in  Frieden  wieder  auf  der
Laube.  Ein  Jäger  hatte  schon  den  Hahn  auf  sie  gespannt.  Mein
Bienchen  kam.  Pickl  stach's  ihn  in  die  Hand;  puff!  ging  der
Schuß  daneben.  Die  Taube  flog  davon.  Wem  dankte  sie  ihr
Leben?  Michaelis.

70.  Heidelbeeren.

„Heidelbeeren!  Blaue  Heidelbeeren!“  —  „Aha!  da  ruft  ein
Heidelbeermann!  Bitte,  Mama,  laß  uns  heute  Heidelbeeren  mit
Milch  essen!“  —  Schnell  lauf  ich  hinunter  mit  unserer  größten
Schüssel.  Blank  und  trocken  sind  die  Heidelbeeren  unter  den  grünen
Blättern  von  Farnkraut.  Sie  duften  nach  dem  Walde.  Der
Heidelbeermann  hat  ganz  blaue  Hände  bekommen.  Ich  lache  darüber,
aber  ich  denke  gar  nicht,  daß  es  mir  ebenso  gehen  kann.  Auf  der
Treppe  stecke  ich  flink  eine  Hand  voll  Beeren  in  den  Mund.  Ha,
wie  die  schmecken!  Nicht  sehr  süß,  aber  so  frisch  und  gut.  Ich  trete
in  unsere  Tür.  „Mama,  hier  sind  die  Heidelbeeren!“  Mama  sieht
mich  an,  schüttelt  mit  dem  Kopfe  und  gibt  mir  ganz  vergnügt  eine
kleine  Ohrfeige.  „Dal  weil  du  genascht  hast!“  —  „O,  woher  weißt
du  das?“  sage  ich  kleinlaut.  —  „Ja,  besieh  mal  deinen  Mund  im.

Spiegel!“  sagt  Mama.  —  „O  wehl  o  wehl“
Ilse  Frapan.

71.  Der  kleine  Radler.

1.  Burra,  da  kommt  ein  Reitersmann
geflogen  in  das  Tall
Ei,  seht,  wie  der  schon  radeln  kann!
Das  lob'  ich  mir  einmal!

2.  Der  ist  ein  wahrer  Luftikus;
er  saust  vorbei  im  Unu
und  schwenkt  den  Hut  zum  frohen  Gruß
mit  Teichtigkeit  uns  zu.

3.  So  schneidig  wie  ein  General
schießt  los  er  auf  sein  GZiel
und  tummelt  flink  sein  Roß  von  Stahl,
als  wär'  das  leichtes  Spiel.
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