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Die  Pferde  wurden  vor  den  Pflug  gespannt,  und  der  Haken
riß  die  Kartoffeldämme  der  Länge  nach  auf,  da  kollerten  die  gelben
Kartoffeln  heraus  wie  die  Eier,  große  und  kleine.  So  weit  ich  auf
der  Zeile  hinaussah,  lagen  Kartoffeln,  nichts  als  Kartoffeln.

Es  lief  auch  ein  graues  Mäuschen  in  der  Furche  hin  und
suchte  ängstlich  nach  dem  Loche,  aber  das  war  verschüttet.  Mit
einem  Satze  hatte  es  Karo  beim  Genick  gepackt,  schüttelte  es  ein
paarmal,  und  tot  war's,  das  arme  Mäuslein.

2.

Nun  ging  es  an  die  Arbeit.  Wir  Kinder  lasen  die  Kartoffeln
auf,  die  obenauf  lagen.  Die  großen  Leute  scharrten  sie  aus  der
Erde  heraus.  Die  Magd  rutschte  dabei  gleich  auf  den  Knien.
Suschen  wischte  nach  jeder  Kartoffel,  die  sie  aufhob,  die  Finger  an
der  Schürze  ab.  Es  dauerte  nicht  lange,  da  hatte  sie  es  satt.  „Ach
nein,  ich  mache  mich  schmutzig!“  sagte  sie.  Suschen  ist  ein  bißchen
zimperlich.

Der  Knecht  trug  die  vollen  Körbe  an  den  Wagen  und  schüttete
sie  aus,  das  klapperte  und  polterte  wie  beim  Kegelschieben.  Ob  der
Wagen  wohl  heute  voll  würde,  fragte  ich  den  Knecht.  „Das  wäre!“
sagte  er.  „Vier  Wagen  müssen  voll  werden.“  Ich  konnte  mir's
nicht  recht  denken,  aber  es  war  schon  so.  «

Lange  gefiel  mir  das  Bücken  nicht.  Mir  tat  mein  Rücken  weh.
Meine  Hände  und  Finger  brannten,  weil  ich  die  schweren  Körbe
gehoben  hatte.  Die  anderen  Leser  lachten  uns  aus  und  sagten:  „Ihr
Großstädter  seid  nichts  gewöhnt!“  Ich  wollte  mit  Karo  spielen.
Der  aber  sauste  über  den  Sturzacker  hin,  die  Schnauze  immer  dicht
am  Boden.  Da  springt  ein  Häschen  auf.  Hei,  wie  es  über  den
Acker  hinfliegt!  Karo  immer  hinterher.  Aber  mein  Hase  ist  flinker
als  Karo.  Mitten  in  der  wilden  Jagd  macht  er  einen  Seitensprung
und  rennt  auch  schon  die  Anhöhe  hinauf.  So  geschwind  kann  sich
Karo  nicht  wenden,  und  ehe  er  herum  ist,  ist  der  Hase  über  alle
Berge  davon.  Im  Krautacker  hat  das  gehetzte  Tier  ein  sicheres
Versteck  unter  den  breiten  Blättern  gefunden.  Karo  hat  die  Spur
verloren,  und  alles  Suchen  ist  vergeblich.  Argerlich  kommt  er
zurück,  wirft  sich  unter  dem  Wagen  auf  den  Erdboden,  reißt  das
Maul  sperrangelweit  auf,  streckt  die  Zunge  heraus  und  ist  ganz
außer  Atem.  Warum  läßt  er  auch  die  Hasen  nicht  in  Ruhe!