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Gestern  gab  es  Großfeuer.  Es  brannte  aber  kein  Haus  ab.
Der  Großvater  sagte:  „Heute  müssen  wir  Michaelis  feiern!“

Auf  dem  Felde  wurde  Kartoffelkraut  verbrannt.  Das  war
ein  Fest!  Der  Großvater  hatte  einen  großen,  großen  Haufen
zusammengerecht.  Das  Kraut  war  dürr,  knackend  dürr.  Als  es
anfing  dunkel  zu  werden,  nahm  der  Großvater  einen  Strohwisch,
holte  ein  Schwefelhölzchen  aus  der  Westentasche  und  strich  damit
lang  am  Hosenbeine  hin,  da  fing  es  Feuer.  Er  hielt  es  in  der
hohlen  Hand,  daß  es  der  Wind  nicht  ausblies.  Dann  zündete  er
das  Stroh  an,  das  brannte  gleich  lichterloh.  Damit  steckte  er  das
Kraut  in  Brand,  die  Flammen  kletterten  augenblicklich  am  Haufen
hinauf.

Wir  standen  um  den  Haufen  herum  und  sahen  dem  Feuer  zu.
Der  Großvater  deckte  die  Flammen  mit  einem  Armvoll  Kraut  zu.
Wir  dachten,  das  Feuer  würde  ersticken,  aber  da  stieg  auch  schon
wieder  dicker  Qualm  in  die  Luft.  Weil  er  aber  schwer  war,  senkte
er  sich  bald  und  zog  langsam  dicht  über  dem  Erdboden  hin.  In
dem  Haufen  knisterte  und  knackerte  es.  Wir  sahen  auch  schon  das
Feuer  im  Haufen  leuchten.  Endlich  brachen  die  Flammen  durch
den  Qualm.

Wir  rannten  durch  den  Rauch.  Ich  nahm  meine  Schwester
bei  der  Hand  und  zählte:  1,  2,  31  Dann  liefen  wir  auf  den  Rauch
zu.  Suschen  ging  aber  bloß  mit  bis  an  den  Rauch  heran,  dann
stemmte  sie  sich  ein,  wenn  ich  sie  ziehen  wollte.  Sie  dachte,  der
Rauch  würde  in  der  Nase  krabbeln  und  in  den  Augen  beißen.
Endlich  wagte  sie  sich  durch,  aber  sie  hielt  den  Arm  vors  Gesicht,
als  ob  sie  sich  an  den  Rauch  stoßen  könnte.  Nachher  liefen  wir
noch  viele  Male  hinüber  und  herüber.  Die  ganze  Luft  roch  nach
Rauch.  Und  unsere  Kleider  auch.  Bis  ins  Dorf  hinein  war  der
Rauch  gezogen,  und  er  lag  wie  eine  weiße  Wolke  über  dem  Tale.
Das  sah  wunderschön  aus:  hüben  grüne  Gärten,  drüben  grüne
Feldränder  wie  recht  große  Bilderrahmen,  dazwischen  schwamm  die
weiße  Wolke.

Das  Feuer  hatte  bald  den  Haufen  aufgezehrt,  und  es  lag  nur
noch  ein  Häuschen  weiße  Asche  da.  Wir  stocherten  mit  einem
Stöckchen  in  der  Asche  herum.  Da  hörten  wir's  puffen.  Das  waren
Kartoffeln,  die  in  dem  Haufen  gelegen  hatten  und  nun  in  der  Hitze
aufplatzten.  Wir  wollten  eine  Kartoffel  aufheben,  aber  die  glühende