83

„Häslein,  nimm  dich  doch  in  acht!
Hund  und  Säger  schleichen  sacht.

Eh'  du's  denkst,  da  zuckt  es  rot,

und  die  Kugel  schießt  dich  tot.“

Aber  's  Häslein  hat  sich  jetzt

wie  ein  Männlein  hingesetzt;

schaut  nicht  auf  und  schaut  nicht  um.
„Pst.  wer  kommt  so  still  und  stumm
dort  durch  Busch  und  Dorn  und  Korn
mit  dem  Stutz  und  Pulverhorn?

Hu!  der  Jäger  ist  es  schon!

Häslein,  Häslein,  spring  davon!“

's  ist  zu  spät;  es  blitzt  und  pufft,
und  der  Nauch  steigt  in  die  Luft,

und  das  Häslein  liegt,  o  wehl
totgeschossen  in  dem  Klee.  Friedrich  Güll.

90.  Wie  das  Finklein  das  Bäuerlein  im  Scheuerlein
besucht.

1.  „Bäuerlein,  Bäuerlein,  tick,  tick,  tack,
hast  ’nen  großen  Hafersack,
hast  viel  Weizen,  hast  viel  Kern;
Bäuerlein,  hab'  dich  gar  zu  gern.

2.  Bäuerlein,  Bäuerlein,  tick,  tick,  tack,
komm’zu  dir  mit  Sack  und  Pack,
komm’  zu  dir  nur,  daß  ich  lern',
wie  man  ausdrischt  Korn  und  Kern.

3.  Bäuerlein,  Bäuerlein,  tick,  tick  tack,
ei,  wie  ist  denn  der  Geschmack
von  dem  Korn  und  von  dem  Kern,
daß  ich's  unterscheiden  lern'.“

4.  Bäuerlein,  Bäuerlein  spricht  und  lacht-„Finklein,
  nimm  dich  nur  in  acht,
daß  ich,  wenn  ich  dresch’  und  klopf,
dich  nicht  treff  auf  deinen  Kopf!

6-