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wurden  die  Riemen  locker,  mit  welchen.  der  Mantelsack  angebunden
  war,  und  der  Mantelsack  fiel  herab,  ohne  dal  es  der
Kaufmann  merkte.  Der  Hund  aber  sah  es  und  fing  an  zu
bellen;  aber  der  Kaufmann  kehrte  sich  nicht  daran.  Da  der
Hund  immer  ärger  bellte,  hieb  ihn  der  Kaufmann  ein  paarmal
mit  der  Peitsche.  Doch  der  gute  Hund  hörte  nicht  auf;  er
sprang  an  das  Pferd  und  bil  es  in  die  Beine,  daß  es  nicht
weitergehen  sollte.  Jetzt  dachte  der  Kaufmann,  sein  Hund  sei
toll  geworden,  nahm  seine  Pistole,  streckte  durch  einen  Schub
den  Hund  nieder  und  ritt  weiter.  Als  er  noch  eine  Strecke
geritten  war,  fühlte  er  hinter  sich  und  erschrak,  als  er  seinen
Mantelsack  vermißte.  Nun  ritt  er  zurück  und  sah  überall
Blut  von  seinem  Hunde.  Endlich  kam  er  dahin,  wo  sein  Geldsack
  heruntergefallen  war.  Da  lag  sein  treuer  Hund  neben
dem  Sacke.  Er  wedelte  mit  dem  Schwanze,  leckte  seinem
Herrn  die  Hand  und  starb.  Joachim  Heinrich  Campe.

96.  Der  habgierige  Hund.

Ein  Hund  hatte  ein  Stück  Fleisch  gefunden  und  lief  damit
über  einen  schmalen  Steg.  In  dem  klaren  Wasser  sah  er  sein
Bild  und  meinte,  das  sei  ein  anderer  Hund,  der  habe  auch  ein
Stück  Fleisch  im  Maule.  Das  sollst  du  ihm  nehmen,  dachte
er,  und  hastig  schnappte  er  danach.  Da  entfiel  ihm  das  Fleisch,
das  er  hatte,  und  das  er  haben  wollte,  war  auch  auf  Ginmal

verschwunden.  180.

97.  Mond  und  Sterne,

1.  Wer  hat  die  schönsten  Schäfchen?
Die  hat  der  goldne  Mond,
der  hinter  unsern  Bäumen
am  Himmel  droben  wohnt.

2.  Er  kommt  am  späten  Abend,
wenn  alles  schlafen  will,
hervor  aus  feinem  Hause
zum  Himmel  leis'  und  still.