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Getreideboden  geholt,  und  dann  hängten  sie  die  vollen  Körbchen
an  den  Zweigen  der  Tanne  auf.  Sie  hatten  so  viel  damit  zu.
tun,  die  Körbchen  zwischen  den  Zweigen  anzubringen,  daß  sie
bis  zur  Dunkelheit  im  Garten  blieben  und  ihnen  die  Zeit  bis
zur  eigenen  Bescherung  schnell  verging.

Als  sie  dann  am  Weihnachtsmorgen  beim  Frühstück  salen,
rief  sie  der  Vater  hinaus.  Da  stand  die  schöne  Tanne  im
Sonnenscheine  und  war  besetzt  mit  Spatzen,  Meisen,  Goldammern,
  Haubenlerchen,  Rotkehlchen  und  Zaunkönigen,  die  sich
piepsend  und  zwitschernd  die  Leckerbissen  aus  den  Körbchen.
holten.

Das  war  eine  Freudel!  „Im  nächsten  Jahre  sollen  die
Vögel  wieder  ihren  Weihnachtsbaum  haben!“  riefen  die  Kinder
und  eilten  jubelnd  in  die  Stube  zurück,  um  es  der  Mutter  zu
erzählen.  Helene  Stöckl.

110.  Weihnachtspost.

1.  Im  Himmelreich  gibt's  viel  zu  tun
kurz  vor  den  Weihnachtstagen;
da  dürfen  Hand  und  Fuß  nicht  ruhn,
Christkindlein  muß  sich  plagen.
Die  Englein  fliegen
die  Himmelsstiegen
rauschend  herauf  und  hernieder;
sie  bringen  schnelle
die  Wünsche  zur  Stelle,
und  huschl  fort  sind  sie  wieder.

2.  Ich  hab'  dir,  liebes  Christkind  mein,
hier  einen  Brief  geschrieben;
drin  steht,  was  Fritz  und  Gretelein
als  Weihnachtsgabe  lieben:
bringst  du  ein  Pferdchen,
ein  kleines  Kochherdchen,
wie  froh  doch  wär'  uns  zu  Mutel
Ein  Puppenpärchen,
ein  Büchlein  mit  Märchen  —
doch  keine  Weihnachtsrute.