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beten,  so  viel  sie  wollte,  es  starb  und  ging  zum  lieben  Gott.
Nun  2zog  ihm  die  Mutter  das  beste  Kleidchen  an,  legte  es  in
ein  Grab  und  weinte  und  weinte.

Nachher,  als  sie  wieder  hungrig  wurde,  drehte  sie  die
Mühle  rechts  herum,  und  sie  mahlte  lauter  feine  Graupen.
Als  es  genug  waren,  sollte  die  Mühle  wieder  aufhören.  Die
mahlte  aber  immerzu.  Die  Mutter  hielt  einen  Stock  zwischen.
die  Flügel,  der  Stock  zerbrach,  und  die  Mühle  mahlte  immerzu
und  mahlte  die  ganze  Hütte  und  den  ganzen  Berg  voll.

Da  lief  die  Mutter  fort,  und  keiner  weiß,  wo  sie  geblieben
ist.  Die  Mühle  aber  mahlt  noch  immerzu,  und  wenn  sie  einen
großen  Haufen  gemahlen  hat,  so  kommt  der  Wind  und  weht

es  über  die  Erde,  und  dann  agen  die  Leute:  „Es  graupelt.“
Oskar  Dähnharcdt.

121.  Vom  Schnee  und  vom  Schneeglöckchen.

Als  der  Herr  alles  erschaffen  hatte,  Gras  und  Kräuter  und
Blumen,  und  ihnen  die  schönen  Farben  gegeben,  in  denen  sie
prangen,  machte  er  zuletzt  auch  den  Schnee  und  sagte  zu  ihm:  „Die
Farbe  kannst  du  dir  selbst  suchen,  du  frißt  ja  so  alles!“  —  Der
Schnee  ging  also  zum  Gras  und  sagte:  „Gib  mir  deine  grüne
Farbe!“  Er  ging  zur  Rose  und  bat  sie  um  ihr  rotes  Kleid,  dann
zum  Veilchen  und  dann  wieder  zur  Sonnenblume.  Denn  er  war
eitel  und  wollte  einen  schönen  Rock  haben.  Aber  Gras  und  Blumen
lachten  ihn  aus  und  schickten  ihn  seines  Weges.  Da  setzte  er  sich
zum  Schneeglöckchen  und  sagte  betrübt:  „Wenn  mir  niemand  eine
Farbe  gibt,  so  ergeht  es  mir  wie  dem  Winde,  der  nur  darum  so
bös  ist,  weil  man  ihn  nicht  sieht.“  Da  erbarmte  sich  das  Blümchen
und  sprach  bescheiden:  „Wenn  dir  mein  schlichtes  Mäntelchen  gefällt,
magst  du  es  nehmen.“  Und  der  Schnee  nahm  es  und  ist  seitdem
weiß.  Aber  allen  Blumen  bleibt  er  feind,  nur  nicht  dem  Schneeglöckchen.
  Oskar  Dähnhardt.

122.  Vom  Hirschlein  mit  den  Goldhörnern.

Es  war  einmal  eine  arme  Frau,  die  wohnte  allein  draußen
am  Walde  mit  ihren  Kindern;  sie  war  so  arm,  daß  sie  einmal
diesen  kein  Besperbrot  mehr  geben  konnte.  „Geht  hinaus  in  den