Vorwort  zur  ersten  Auflage.

Für  unser  Deutsches  Reich  ist  die  klangvolle  Bezeichnung  „Deutschland“
  ebenso  berechtigt,  wie  das  stolze  Gemeinwesen  jenseits  des  Ozeans,
das  sich  selbst  den  Namen  „Vereinigte  Staaten  von  Amerika“  gegeben
hat,  kurzweg  „Amerika“  genannt  wird.  Geschichtlich,  geographisch,  völkisch
behält  darum  doch  „Deutschland“  noch  einen  ganz  anderen  Sinn.

Wie  ein  Blick  auf  die  Sprachenkarte  Mittelenropas  lehrt,  schließt
unser  Reich  die  Mehrheit  der  deutschen  Stämme  in  einem  kraftvollen
Staat  zusammen,  aber  es  umfaßt  nicht  alles  „Deutsche  Land“.  Deutschsprachige
  Bestandteile  des  alten  Reiches  sind  politisch  abgesondert.  Millionen
  benachbarter  Volksgenossen  stehen  unter  anderer  als  reichsdeutscher
Staatshoheit  und  sind  dadurch  unserem  Gesichtskreis  in  gewissem  Grade
entrückt.  Daneben  gibt  es  in  alle  Weiten  zerstreute  Volksgenossen.  Am
25.  Jahrestag  der  Reichsgründung  hat  in  zündender  Rede  der  Kaiser
ihrer  gedacht:  „Uberall  in  fernen  Teilen  der  Erde  wohnen  Tausende
unserer  Landsleute.  Deutsche  Güter,  deutsches  Wissen,  deutsche  Betriebsamkeit
  gehen  über  den  Ozean.“  Mit  staatsmännisch  klarer  Begrenzung
hat  der  Kaiser  die  im  Ausland  weilenden  Träger  unserer  weltwirtschaftlichen
  Bestrebungen  als  „das  Größere  Deutsche  Reich“  bezeichnet,
das  er  fest  an  unser  heimisches  anzugliedern  gewillt  sei.  Aber  außer
jenen  Tausenden  gibt  es  Millionen  Deutscher  in  Ubersee,  die  aufgehört
haben,  im  staatlichen  Sinne  unsere  Landsleute  zu  sein,  die  also  nicht
dem  „Größeren  Deutschen  Reich“  zugehören  und  die  doch  „Deutsche'  sind

So  ragt  über  das  staatlich  geeinte  „Deutschland“:  das  geschlossene
deutsche  Sprach=  und  Siedelungsgebiet  Mitteleuropas,  das  Dentschland
  der  geographisch-völkischen  Einheit  mit  weiter  gesteckten
Grenzen  hinaus.  Und  neben  dem  räumlich  verschwimmenden  „Größeren
Deutschen  Reich“  erhebt  sich  das  auf  den  ersten  Blick  noch  nebelhaftere
Gebilde  des  „Größeren  Deutschland“.  Das  ist  kein  leeres  Spiel
mit  Worten  und  Begriffen.  Hinter  diesen,  scheinbar  etwas  spitzfindigen
Unterscheidungen  steht  die  eindrucksvolle  Wirklichkeit  von  mehr  als  dreißig
Millionen  Deutscher,  die  staatlich  unzweifelhaft  vom  Reich  geschieden,
aber  volkskundlich  ebenso  unzweifelhaft  der  deutschen  Volksgemeinschaft
zuzuweisen  sind.

Im  Hinblick  auf  dieses  vielartig  gestaltete  und  unendlich  weit  verzweigte
  Deutschtum  außerhalb  des  Reiches  erhebt  sich  eine  Fülle  be-1“

