Vorwort  5

wissen,  die  Wirkung  der  mit  der  politischen  Einkreisung  des  Deutschen
Reiches  aufs  engste  verknüpften  Verlästerung  des  ganzen  deutschen  Volkstums.
  Die  Spuren  dieser  gegnerischen  Propaganda  finden  sich  in
dem  Büchlein  vermerkt  Daß  es  eine  einheitlich  geleitete  neuartige
Kriegsvorbereitung  war,  ist  erst  hinterdrein  tlar  geworden  und  kann
nur  im  Zusammenhang  mit  der  Vorgeschichte  des  Krieges  verständlich
gemacht  werden.  „Weltkrieg  und  Auslanddeutschtum“  aber  sind
ein  neues  Kapitel,  das  zu  gegebener  Zeit  eine  selbständige  Bearbeitung
  erfordern  wird.

Aus  solchen  Erwägungen  heraus  erscheint  in  genauer  Wiedergabe
die  alte  Darstellung.  Die  zeitliche  Begrenzung  ist  durch  den  Titelzusatz
  „vor  dem  Weltkrieg“  ausgedrückt.  Inhaltsübersicht  und  Literaturangaben
  sind  etwas  ausführlicher  gestaltet,  im  Text  sind  nur  störende
Druckfehler  und  einige  sachliche  Irrtümer  ausgemerzt.  Der  Sinn  ist
durchweg  unberührt  geblieben.  Das  gilt  selbst  von  den  angedeuteien
Entwicklungsmöglichkeiten,  die  mit  ihren  Voraussetzungen  heute  einer
versunkenen  Zeit  angehören.  —  Die  ahnende  Vorausbestimmung  des
Kommenden  findet  inmitten  der  weltgeschichtlichen  Umwälzung  keinen
zuverlässigen  Halt.  Bis  die  festen  Umrisse  des  verheißungsvoll  im  Werden
Begriffenen  sich  deutlicher  herausheben,  mag,  was  sich  damals  als  Ausblick
  eröffnete,  unverändert  stehen  bleiben,  nicht  mehr  als  Zukunftsbild,
sondern  als  historischer  Abschluß  der  Zustandsschilderung  vor  dem
Kriege,  zugleich  als  Zeugnis  für  die  Ziele,  die  die  Deutschen  draußen
sich  selbst  gesteckt  hatten,  wie  für  die  Erwartungen,  die  im  Reich  hinsichtlich
  ihrer  Mitwirkung  an  unseren  nationalen  Bestrebungen  gehegt
wurden.  Für  die  uns  angedichteten  Eroberungs=  und  Weltherrschaftspläne
  fehlt  nach  beiden  Seiten  schlechthin  jeglicher  ernsthafte  Anhalt.
Alles  war  auf  wirtschaftlichen  und  kulturellen  Wettbewerb  eingestellt,
der  jede  Aufgabe  durch  die  Macht  des  Wissens  und  Könnens  zu  meistern
suchte.  Auf  derartigen  Bahnen  erreichte  Erfolge  hat  man  sonst  als
Kulturfortschritt  verrechnet,  der  auch  dem  Fremdland  dient.  Wir  vertrauen,
  daß  die  Zeit  kommen  wird,  in  der  für  das  Wirken  des  Auslanddeutschen
  diese  Wertung  wieder  in  ihr  Recht  iritt.

Vorerst  wird  ein  Frieden,  der  den  deutschen  Lebensnotwendigkeiten
  Genüge  tun  soll,  gerade  darum  auch  der  Volksgenossen  außerhalb
  des  Reiches  nicht  vergessen  dürfen.

Berlin,  den  27.  Juni  1918.  K.  H.