50  Das  Deutschtum  in  der  Berstreuung.  Deutsche  Diaspora  in  Europa

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Stephanskrone  ein  wenig  günstiger  als  in  Osterreich  das  der  Deutschen

  zur  Gesamtheit  der  Anderssprachigen.  Dafür  stehen  die  Magyaren

  in  Ungarn  wirtschaftlich  nicht  auf  der  gleichen  Stufe  wie  die  Deutschen
  in  Osterreich.  Man  wird  in  Ungarn  der  magyarischen  Sprache
dieselbe  Vorrangstellung  einräumen  müssen,  die  in  Osterreich  der  deutschen
  Sprache  gebührt.  Ein  wesentlicher  Unterschied  bleibt  doch.  In
der  inneren  Verwaltung  dringt  in  Ungarn  die  magyarische  Sprache  unaufhaltsam
  vor.  Aber  schon  für  die  Armee  langt  sie  nicht  zu.  Für  die
ungarische  Landwehr  ist  die  magyarische  Kommandosprache  zum  Schaden
  der  Sache  ertrotzt  worden.  Der  kroatischen  Landwehr  gegenüber
war  die  gleiche  Forderung  nicht  durchzusetzen.  Und  in  der  Frage  der
deutschen  Kommandosprache  für  die  gemeinsame  österreichisch-ungarische
Armee  scheint  die  Krone  zu  ernsthaften  Zugeständnissen  nicht  bereit.
Vollends  im  internationalen  Verkehr  muß  die  magyarische  Sprache  notgedrungen
  auf  jede  Geltung  verzichten.  Das  Magyarische  gehört  nicht,
in  den  Zusammenhang  der  indogermanischen  Sprachen.  Für  den  Mitteleuropäer
  gibt  es  bei  Erlernung  des  Magyarischen  keinen  Anknüpfungspunkt.
  Selbst  wenn  in  Ungarn  jeder  andere  Laut  verdrängt  würde,
so  wärc  es  nur  ein  Kleinvolk,  dem  dieses  wildfremde  Idiom  zu  eigen
wäre,  ein  Kleinvolk,  dem  zuliebe  die  Welt  sich  nie  zur  Gleichstellung
des  Magyarischen  mit  den  großen  Kultursprachen  verstehen  wird.  Der
nur  Magyarisch-Sprechende  bleibt  außerhalb  Ungarnsein  Tanbstummer,
der  keinen  Laut  versteht  und  der  sich  niemandem  verständlich  machen
kann.  Die  Sprache,  die  den  Anschluß  Ungarns  an  die  westeuropäische
Kulturwelt  vermittelt,  ist  in  der  Gegenwart  wie  im  ganzen  Verlauf
der  ungarischen  Geschichte  die  deutsche.  Schon  heute  verspürt  man  in
Ungarn  peinlich  genug  die  Zurückdrängung  gerade  dieser  Sprache.
Ernste  Mahnungen  werden  von  magyarischer  Seite  kaut,  im  eigenen
Interesse  die  Schädigung  wettzumachen,  die  die  „patriotische“  Abwendung
  vom  Deutschlernen  bereits  gezeitigt  hat.  Tatsächlich  ist  auch  heute
noch  die  internationale  Verständigungssprache  für  Ungarn  die  deutsche.
In  Ofenpest  erscheinen  34  Tageszeitungen,  Handelsblätter  und  sonstige
Fachorgane  in  deutscher  Sprache.  Die  einzige  ungarische  Zeitung,  die
außerhalb  des  Landes  Beachtung  findet,  der  Pester  Lloyd,  muß  ihre
Magyarenbegeisterung  in  deutschen  Lauten  ausströmen,  wenn  sie  nicht
Gefahr  laufen  soll,  unter  Ausschluß  der  nn“nx+  Offentlichkeit

  zu  erscheinen.  Die  deutsche  Sprache  ist  für  Ungarn  schlechthin  unentbehrlich.
  Man  verabscheut  dort  auch  nicht  gerade  diese  Sproche,