Rußland;  Ausblick.  —  Europäisches  Ausland;  Dobrudscha  63

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rer  in  0die  Hände  arbeiten.  In  Pommern,  Ostpreußen  und  Brandenburg
  sowie  im  Bereich  unserer  Ansiedelungkommission  sind  bereits  etliche
tausend  Deutschrussen  als  Gutsarbeiter  und  Ansiedler  untergebracht
worden.  Für  beide  Kategorien  haben  wir  noch  überreichlich  Bedarf  und
Raum.  Es  kommt  hinzu,  daß  solche  Rückwanderer  auch  in  unseren
Schutzgebieten  Verwendung  finden  können.  Die  ministerielle  Kundgebung
hat  eine  entfernte  Verwandtschaft  mit  den  Maßnahmen  deutscher  Einzelstaaten,
  die  nach  Aufhebung  des  Ediktes  von  Nantes  den  französischen
Hugenotten  ihre  Gebiete  öffneten.  Damals  hatte  es  sich  um  protestantische
  Glaubensgenossen  gehandelt,  heute  sind  es  bedrängte  Stammesbrüder,
  die  die  alte  Heimat  aufnimmt.

Das  übrige  Europa.  Im  übrigen  Europa  finden  sich  bodenständige
deutsche  Siedlungen  nur  noch  in  der  Dobrudscha,  dem  zu  Rumänien
gehörigen  Landstrich  südlich  der  Donaumündung.  Dort  sind  in  den  40.er
und  80  er  Jahren  des  vorigen  Jahrhunderts  Deutschrussen  aus  Beßarabien
  eingewandert.  Heute  sind  es  etwa  5000  deutsche  Bauern.  Sie  bewahren
  treulich  deutsche  Sitte,  Tracht  und  Sprache,  letztere  in  den  angestommten
  Mundarten.  Noch  heute  kann  man  unter  ihnen  nach  dem  Dialekt
Schwaben  und  Plattdeutsche  unterscheiden.  Soweites#hre  Mittelerlauben,
sorgen  sie  auf  eigene  Kosten  für  deutsche  Schulen.  Der  rumänische  Staat
denkt  nicht  daran,  die  ruhigen  und  nützlichen  Leute  national  zu  bedrängen.

Sehr  viel  bunter  und  mannigfaltiger  ist  das  Bild,  das  uns  das
lockerer  flutende  Deutschtum  in  allen  Staaten  Europas  zeigt.  Es  fehlt
an  keiner  Stelle.  Die  Zahl  der  Auslanddeutschen  ist  mit  einiger  Sicherheit
  nur  zu  ermitteln,  soweit  Reichsdentsche  in  Betracht  kommen.  Von
ihnen  war  z.  T.  schon  beiläufig  die  Rede.  Die  stattlichsten  Ziffern  weisen
Schweiz  (168238),  Rußland  (151  102),  Osterreich  (106  364),  Frankreich
  (86  684),  Belgien  (53  408),  Großbritannien  (53  402)  auf.  Um
die  Gesamtzahl  der  Deutschen  in  diesen  Ländern  festzustellen,  bliebe
noch  zu  untersuchen,  wie  viele  unter  den  bei  ihnen  weilenden  Osterreichern,
  Schweizern,  Russen  usf.  als  Deutsche  anzusprechen  sind.  —
Man  schätzt  die  Deutschen  der  Balkanstaaten  einschliehlich  der  enropäischen
  Türkei  auf  rund  78000  Seelen,  die  der  skandinavischen  Staaten
auf  57000,  in  Italien  auf  50000,  in  Spanien  und  Portugal  auf
6000.—  Die  stärkste  Anziehung  üben  naturgemäß  die  großen  Städte
aus.  Dort  finden  zuwandernde  Fremde  in  den  mannigsachsten  Berufen
ihr  Brot.  In  Paris  und  in  London  mag  die  Zahl  der  Deutschen  an