B.  St;  Schwankungen  d.  d.  Einwanderung.  —  Deutscham  Nationalbund  75

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Manila.  Zwischen  dem  amerikanischen  und  dem  deutschen  Admiral  kam
es  zu  Reibungen,  die  erfreulicherweise  rasch  beigelegt  wurden.  Die
englischen  Kriegsberichterstatter  aber  bauschten  den  Vorgang  ins  Ungeheuerliche
  auf.  In  den  anglo-zamerikanischen  Zeitungen  wurde  das
Deutsche  Reich  maßlos  verdächtigt.  Man  suchte  die  nationale  Stimmung
in  Amerika  durch  die  Ankündigung  deutscher  Ländergier  nach  den  Philippinen
  aufzustacheln.  Die  Jingopresse  malte  mit  ihren  „Krieg  in  Sicht“-Artikeln
  schon  das  Außerste  an  die  Wand.  Da  griff  in  machtvoller
Bewegung  das  Deutsch-Amerikanertum  ein.  Am  27.  März  1899  trat
in  Chikago  eine  aus  allen  Staaten  der  Union  beschickte  deutsche  Versammlung
  den  grundlosen  Verdächtigungen  mit  scharfer  Abwehr  entgegen:


„Mit  steigender  Entrüstung  haben  wir  die  Hetereien  englisch-amerikanischer
  Zeitungen  gegen  Deutschland  und  gegen  die  Deutschamerikaner  so-:
wie  die  Versuche  wahrgenommen,  die  Vereinigten  Staaten  in  ein  Bündnis
mit  England  zu  verstricken.  Als  treue  Bürger  dieser  großen  Republik  fühlen
wir  uns  berechtigt  und  verpflichtet,  diesem  Unwesen  fest  eutgegenzutreten.
Die  aus  Deutschland  Eingewanderten  haben  die  Errungenschaften  einer  alten
Bildung  und  Gesittung  mit  herübergebracht.  Auf  allen  Gebieten  geistigen
Lebens,  in  Ackerbau,  Gewerbe  und  Handel  haben  sie  Hervorragendes  geleistet
und  ihre  Bürgerpflichten  im  Frieden  wie  im  Kriege  stets  voll  und  ganz
erfüllt.  Kein  Volksteil  der  Vereinigten  Staaten  hat  mehr  für  die  Pflege
der  Musik,  der  Kunst,  der  Geselligkeit,  des  Kirchen=  und  Schulwesens  getan
  als  die  Deutschen.  Als  gute  Bürger  dieses  Landes  überliefern  wir  getreulich
  alle  Errungenschaften  der  Kultur  dem  hier  im  Werden  begriffenen
amerikanischen  Volke.  Aber  wir  erheben  entschieden  Einspruch  gegen  den
Versuch,  unfer  Volt  als  ein  „angelsächsisches“  zu  einem  Helfer  Englands
zu  muchen.  Nicht  England,  sondern  ganz  Europa  ist  das  Mutterland  aller
weißen  Bewohner  der  Vereinigten  Staaten.  Wir  wollen  deshalb  nicht  nur
mit  Deutschland,  das  seit  120  Jahren  ein  Freund  unseres  Volkes  war,  gute
Beziehungen  unterhalten,  sondern  mit  allen  Völkern  Frieden  und  Freundschaft
  pflegen.  Dagegen  wollen  wir,  getreu  dem  weisen  Rat  Washingtons.
weder  mit  England  noch  mit  irgendeinem  anderen  Staate  ein  Bündnis
schließen,  das  uns  in  unnüße  Kriege  verwickeln  könnte.  Mit  allen  gesetzlichen
  Milteln  und  ganz  besonders  bei  den  Wahlen  merden  wir  alle  diekenigen
  bekämpfen,  die  die  maßlosen  Hetzereien  und  törichten  Bündnisbestrebungen
  begünstigen.

Wir  beauftragen  den  Ausschuß,  der  diese  Versammlung  veranstaltet  hat,
alle  deuschen  Kircheugemeinden,  Vereine  und  Logen  zur  Erwählung  von
Delegierten  einzuladen,  deren  Ausgabe  es  sein  soll.  eine  feste  Vereinigung
aller  Deutschamerikaner  zu  schaffen  und  letztere  zum  Kampf  aufzurusen,  wenn
immer  die  höchsten  Güter  des  Lebens  und  der  Vereinigten  Staaten  durch
gewissenlose  und  körichte  Hetzer  gefährdet  werden.  Wir  beaufiragen  den  genannten
  Ausschuß,  eine  Abschrift,  bzw.  eine  Ubersetzung  dieser  Erklärungen.