Mittel=  u.  Südamerisa;  Deutsche  Einwanderung.  —  Mexiko  49

Resultat  der  Umfrage  bietet  Nachweise  für  ein  Mindestmaß  des  deutschen
  Elements.  Es  fehlen  die  „nicht  erreichbaren“  Reichsdeutschen  und
die  Deutschen  anderer  Herkunft  (Schweizerdeutsche  und  Deutschösterreicher).
  Immerhin  eröffnen  sich  außerordentlich  wertvolle  Einblicke
in  Gliederung  und  Berufstätigkeit  der  Deutschen  Mexikos.  Die  Hälfte
wohm  in  der  Hauptstadt  Mexiko  (814  Männer,  392  Frauen,  762  Kin.
der,  zusammen  1932).  Die  übrigen  sind  über  das  ganze  Land  zerstreut.
Wie  schon  aus  dirsen  Zahlen  erhellt,  ist  das  weibliche  Geschlecht  stars
in  der  Minderheit.  Im  ganzen  sind  unter  den  Erwachsenen  neben
1555  Männern  675  Frauen  gezählt.  219  Deutsche  sind  mit  Mexikanerinnen
  verheiratet.  Man  sieht,  wie  der  Mangel  an  deutschen  Frauen
zu  Mischheiraten  führt.  Die  Erwerbstätigen  verteilen  sich  wie  folgt:
Handel  939,  Industrie  der  Maschinen,  Instrumente  und  Apparate  191,
darunter  85  Ingenieure  und  46  Monteure,  Landwirtschaft  und  Gartnerei
  92,  Freie  Berufe  50,  darunter  19  Lehrer  und  16  Arzte,  Industrie
der  Steine  und  Erden  42,  darunter  41  Glasbläser,  chemische  Indilstrie
  30,  darunter  15  Apotheker  und  Drogisten,  Nahrungs=  und  Genußmittelindustrie
  20,  darunter  14  Brauer,  Baugewerbe  18,  Bergbau,
Hütten:  und  Salinenwesen  10,  Textilindustrie  7,  Häusliche  Dienste  7,
Lohnarbeit  wechselnder  Art  7,  Versicherungsgewerbe  5,  Beherbergung,
Gast=  und  Schankwirtschaft  4,  Künstler  und  künstlerische  Betriebe  für
gewerbliche  Zwecke  2,  Verkehrsgewerbe  2,  Fabrikanten  ohne  nähere  Bezeichnung
  11.  Der  Handel  hat  demnach  durchaus  den  ersten  Platz.  Dem
entsprichtes,  daß  die  Hansestädte  das  bei  weitem  stärkste  Kontingent  stellen,
zusammen  255.  Kein  anderer  deutscher  Bundesstaat  und  keine  preußische
Provinz  reicht  auch  nur  entfernt  an  diese  Ziffer.  Die  nächstfolgenden
Zahlen  sind:  Rheinlande  111,  Schleswig-Holstein  101,  Königreich
Sachsen  91  uff.,  aus  Hamburg  allein  stammen  183.  Ju  Stadt-Mexito
ist  das  größte  Handelshaus  deutsch.  Stattliche  Firmen  sind  daneben
zu  nennen.  Ein=  und  Ausfuhr,  Bank=  und  Kommissionsgeschäfte  liegen
in  deutschen  Händen.  Eine  blühende  deutsche  Schule,  zwei  große  Klubs
und  zahlreiche  Vereine,  endlich  die  „Deutsche  Zeitung  von  Meriko“
geben  Zeugnis  von  dem  regen  deutschen  Leben  in  der  Hauptstadt  des
Landes.  Auch  die  übrigen  größeren  Städte,  Veracruz,  Guadalajara,
Puebla  uff.,  weisen  namhafte  deutsche  Geschäfte  auf.  Einige  erstklassige
Brauereien  und  umfangreicher  deutscher  Farmbesitz  im  Süden  und
Westen  ergänzen  das  Bild  Der  Gesamtwert  deutschen  Besitzes  in  Mexiko
wird  auf  mehr  als  300  Millionen  Mark  geschätzt.  Der  Gesamthandel