Mittel=  u.  Südamerika;  Mexiko.  Guatemala.  Brafilien  91

dritter  Stelle  stehen  die  Spanier,  an  vierter  die  Deutschen,  mit  etwas
über  100000  Personen.  Will  man  die  heute  in  Brasilien  lebende  Gesamtzahl
  der  Deutschen  ermitteln,  so  stößt  man  auf  ernste  Schwierigkeiten.
  Die  amtliche  Statistik  zählt  die  in  Brasilien  geborenen  Kinder
der  Eingewanderten  als  Brasilianer  und  sie  gibt  die  Nationalität  der
Russen,  Schweizer  und  Osterreicher  nicht  an.  Namentlich  Deutschrussen
  und  Deutschschweizer  sind  in  größerem  Umfange  anfä  ässig  Die
deutschen  Kolonisten  sitzen  am  zahlreichsten  in  den  Südstaaten:  in  Rio
Grande  do  Sul  (305000),  in  Santa  Catharina  (80000),  in  Parand
  (25000),  ferner  in  den  Oststaaten:  in  Sao  Paulo  (35.000),
Rio  de  Janeiro  (25.000),  Espirito  Santo  (20000).  Die  Gesamtzahl
  der  Deutschbrasilianer  wird  schätzungsweise  auf  500000  Köpfe
angegeben,  2,4  v.  H.  der  Gesamtbevölkerung.  Die  Deutschen  bilden  mit
Ausnahme  von  Rio  Grande  do  Sul  und  von  Santa  Catharina  durchgängig
  geringe  Minderheiten.  Die  Lusobrasilianer  haben  die  poli
tische  Führung  in  fester  Hand  und  stellen  die  staatlichen  Beamten;  im
Landwirtschaftsbetrieb  bevorzugen  sie  neben  der  Plantagenwirtschaft
die  Viehzucht,  im  Handel  sind  sie  nur  spärlich  vertreten.  Die  deutsche
Tätigkeit  greift  in  außerordentlich  glücklicher  Weise  ergänzend  ein,  sie
hat  in  der  Laudwirtschaft  und  im  Handel.  ihr  Schwergewicht.

In  Südbrasilien  gedeiht  das  Deutschtum  prächtig.  Das  Gebiet  der
Staaten  Rio  Grande  do  Sul,  Santa  Catharina  und  Parans  entspricht
an  Größe  dem  Deutschen  Reich.  Es  ist  noch  immer  außerordentlich
dünn  besiedelt.  Kaum  die  Hälfte  des  Bodens  ist  in  Anbau  genommen.
Hier  ist  noch  Raum  für  ungezählte  Kräfte.  Und  die  deutschen  Siedler
sind  dort  für  unsere  Volkswirtschaft  von  sehr  erheblichem  Wert.  Sie
sind  in  besonders  starkem  Maße  Verbraucher  deutscher  Industrieerzeugnisse.
  Die  klimatischen  Verhältnisse  sind  günstig.  In  wirtschaftlicher
Beziehung  findet  Arbeit  und  Fleiß  seinen  Lohn.  Die  Deutschen  erfreuen
  sich  eines  zahlreichen  gesunden  Nachwuchses  An  dem  erquickenden
Gesamtbild  ändert  die  augenblickliche  Notlage  in  Blumenau  nichts.
Diese  Notlage  ist  durch  Uberschwemmung  und  andere  Plagen  und
Schädigungen  verursacht.  Man  darf  hoffen,  daß  die  tüchtigen  deutschen
Kolonisten  Blumenaus  (im  ganzen  Bezirk  etwa  20000)  alle  Heimsuchungen
  glücklich  überwinden  werden.  —  In  den  Staaten  Ostbrosiliens
  fallen  die  bäuerlichen  Siedelungen  nach  Zahl  und  Bedentung
  nicht  ins  Gewicht.  In  Sao  Paulo  gehören  die  bedeutendsten
Kaffeepflanzungen  einem  Früheren  deutschen  Kolonisten,  dem  Oberst