Mittel-  u.  Sudamerila;  Brasilien.  Cbile.  5#

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lich  steht  es  mit  anderen  Deutschbrasilianern,  die  im  Staatsleben  eine
hervorragende  Stellung  gewonnen  haben,  wie  der  kürzlich  verstorbene
Bundesdepntierte  Germano  Haßlocher  oder  General  Bormann  und
Admiral  v.  Hoonholtz.  Zur  Ehre  dieser  Männer  muß  gesagt  werden,  daß
sie  ihre  deutsche  Abstammung  nie  verleugnet  haben.  Wie  Haßlocher  1905
deutschfeindliche  Außerungen  im  Bundesparlament  abfertigte  und  Brasilien
  glücklich  pries,  daß  es  so  viele  deutsche  Elemente  erhalte,  die  zwar
stolz  auf  die  viel  höheren  Kulturleistungen  ihres  Heimatlandes,  doch
unter  ganz  gleichen  Bedingungen  wie  die  Einheimischen,  mit  derselben
Begeisterung  und  Treue  für  das  Gedeihen  und  den  Fortschritt  des  geliebten
  brasilianischen  Vaterlandes  arbeiteten,  so  ist  vor  kurzem  Lauro
Müller  als  Minister  offen  und  tapfer  den  gegen  die  Deutschbrasilianer
gerichteten  Verdächtigungen  entgegengetreten.  Man  darf  nach  solchen
Beobachtungen  hoffen,  daß  bei  engerer  Fühlungnahme  mit  dem  Lusobrasilianertum
  das  deutsche  Element  nicht  nur  selbst  vor  völkischen
Massenverlusten  bewahrt  bleibt,  sondern  einen  nachhaltigen  Einfluß  auf
die  innere  Entwicklung  des  brasilianischen  Wesens  gewinnt.

Chile  hat  nach  der  Bolkszählung  von  1907  bei  einer  Bevölkerung
von  3½  Millionen  Seelen:  10724  im  Deutschen  Reich  Geborene  und

17686  Dentschchilenen  (im  Lande  geborene  Nachkommen  von  Reichsdeutschen),
  zusammen  28410  Köpfe.  Deutsche  aus  Osterreich  Ungarn,
aus  der  Schweiz  und  aus  Rußland  sind  dabei  nicht  berücksichtigt.  Puerto
Montt  und  Valdivia  sind  die  Mittelpunkte  deutscher  Tätigkeit  geworden,
und  die  Landeshauptstadt  Santiago  ist  eine  Stätte  tüchtigen  deutschen
Geschäfts=  und  Kulturlebens.  Unter  dem  Titel:  „Deutsche  Arbeit  in
Chile“  ist  1910  eine  Festschrift  des  Deutschen  wissenschaftlichen  Vereins
in  Santiago  zur  Zentenarfeier  der  Republik  erschienen.  Sie  würdigt
in  trefflichen  Einzeldarstellungen  die  dentschen  Leistungen:

„Die  Deutichen  sind  auf  dem  Boden  Chiles  nicht  Fremdlinge  geblieben,
sic  haben  teilgenommen  an  den  Kämpsen  und  Leiden  des  Landes  wie  an
seinen  Erfolgen  und  Freuden,  sie  haben  ihr  Bestes  gegeben,  um  mitzuarbeiten
  an  der  Entwicklung  Chiles.“  Zusammenfassend  heißt  es  in  der  Einleitung:
  „Wir  haben  mit  euch  den  Urwald  des  Südens  gerodet  und  dessen
Sümpfe  getrockuet.  Wir  haben  mit  euch  gearbeitet  am  Ausbau  eures  Hceres.
Wir  haben  euch  die  Methoden  unserer  Wissenschaft,  die  Resultate  unserer
Forschung  gebracht.  Wir  haben  mitgewirkt  an  der  Bildung  eures  Volkes.
Wir  haben  u#  euch  das  Land  erforscht  und  neue  Industriezweige  begründet.
Unsere  Kauflente  nehmen  teil  an  dem  Austausch  der  Waren,  und  unsere
Schisse  verbinden  das  ferne  Land  am  Stillen  Ozean  mit  allen  Teilen  der
Welt.“  Das  alles  wird  aufgezählt,  nicht  als  „Selbstlob“",  sondern  als  „der