in  die  zweite  Hälfte  des  17.  Jahrhunderts  zurückreicht,  meist  einzelne,
die  in  die  Ferne  verschlagen  wurden,  im  Burentum  aufgegangen.  Die
Buren  sind  bekanntermaßen  aus  ihren  alten  Sitzen  im  Koplande  nordwärts
  weitergezogen,  als  England  dort  die  Herrschaft  an  sich  riß.
Heute  sind  auch  sie  —  trotz  aller  heldenmütigen  Anstrengungen  —
dem  englischen  Weltreich  eingegliedert.  Nach  neueren  wissenschaftlichen
Ermittlungen  ist  das  Burenvolk,  das  derzeit  ½  Million  Scelen  zöählt,
nach  seiner  Blutmischung  uur  zur  Hälfte  holländischen  Ursprungs,  etwa
zu  17  v.  H.  französischer,  zu  27  v.  H.  deutscher  Herkunft.  Alle  diese
Elemente  sind  zu  einer  völkischen  Einheit  verschmolzen.  Ihre  Sprache
ist  nicht  rein  holländisch,  aber  sie  steht  dem  Holländischen  doch  wesentlich
  näher  als  dem  Deutschen.  Wir  müssen  die  Buren  als  einen  germanischen
  Stamm  bezeichnen,  aber  felbst  bei  weitherziger  nationaler
Grenzausdehnung  dürfen  wir  sie  nicht  als  Deutsche  verrechnen.  —
Die  neuere  deutsche  Einwanderung  in  Südafrika  ist  in  starkem  Umfange
  deutsch  geblieben.  Seit  der  Mitte  des  19.  Jahrhunderts  kamen
Deutsche  in  erheblicher  Zahl  ins  englisch  gewordene  Kapland.  Sie
stammten  aus  den  untersten  Schichten.  Die  Hauptmasse  stellten  Landarbeiter
  und  Tagelöhner  aus  Pommern  und  der  ülckermark.  Sie  haben
es  als  kleine  Landwirte  fast  alle  zu  etwas  gebracht.  Es  folgte  1857
ein  starker  Teil  der  von  den  Engländern  für  den  Krimkrieg  angeworbenen
  deutschen  Legion.  Etliche  sind  nach  Indien  weitertransportiert
worden.  Die  meisten  wurden  in  Kaffrarig  angesiedelt.  Dort  fand  sich
in  der  Folge  reichlicher  Nachschub  aus  Nord=  und  Westdeutschland  ein,
der  in  die  Lücken  einrückte,  die  in  den  Reihen  der  für  die  harte  Kolvnistenarbeit
  z.  T.  ungulänglich  vorbereiteten  Legionäre  bald  genug  sich
ergaben.  Die  Dorfnamen  Berlin,  Potsdam,  Frankfurt,  Hamburg,
Braunschweig,  Hannover,  Wiesbaden  geben  Aufschluß  über  ihre  Heimat.
  —  Auch  die  Burenstaaten,  Transvaal  und  Oranjefreistaat,  haben
deutsche  Einwanderer  als  Farmer  aufgenommen.  In  den  Städten  Südafrikas
  sitzen  deutsche  Handwerker  und  kleine  Kaufleute.  Ju  Kapstadt
reicht  ihre  Ziffer  an  3000.  Gewichtiger  ist,  trotz  geringerer  Zahl,  die
Stellung  der  Deutschen  in  Port  Elizabeth,  wo  sie  am  Großhandel  teilhaben
  und  den  Wollexport  fast  ganz  beherrschen.  Auch  in  East  London
und  Durban  gibt  es  angesehene  deutsche  Firmen.  Die  stattlichste  deutsche
Kolonie  in  Südafrika  ist  die  von  Johannesburg  (etwa  10000  Seelen).
Deutsches  Kapital  ist  in  erheblichem  Umfange  in  den  Johannesburger